Das Schwein, die Sau und die kapriziöse Miss Piggy

Veröffentlicht: 30. Dezember 2013 in Allgemein
schweinNaturjpgDie Schweinehaltung begann vor rund 10.500 Jahren. Das Schwein galt neben den Hunden, Rindern, Ziegen und Schafen als Haustier. Wo es nun herkommt ist immer noch strittig. Man nimmt nach neuesten DNA-Analysen an, dass es aus Mitteleuropa stammt. In China gilt das Schwein als meistgegessene Fleischsorte und in Europa hat sich das Hausschwein so etabliert, dass es uns als wichtigster Fleischlieferant dient. 730 verschiedene Rassen gibt es weltweit. 270 Rassen sind inzwischen vom Aussterben bedroht. 

Physiologisch ist das Schwein ein Allesfresser – übrigens wir gelten auch als Allesfresser (Omnivore). Gerade in Ländern, die durch massive Abholzung der Wälder und in Ermangelung an Weideflächen, Herden nicht draußen halten konnten, ernährte man die Schweine überwiegend mit Küchenabfällen. In unserer heutigen Zucht jedoch, wäre die Fütterung durch Abfälle undenkbar. Das Futter besteht auch kaum noch aus Eicheln und Bucheckern, wie es früher einmal gehandhabt wurde – heute werden Schweine in der normalen Hofhaltung immerhin durch Kartoffeln, Rüben, Kleie und Getreide ernährt.Schweinefleisch sei fett – dies kann wohlweißlich entkräftet werden, denn seit 1950 verlangen Verbraucher nach zartem und fettärmerem Fleisch, aufgrund dessen die Züchtung der Schweine abgestimmt wurde. (Hierbei werden Schweine aus der Massentierhaltung bewusst nicht berücksichtigt.)Im Islam und im Judentum gilt Schweinefleisch als unrein – ob es damit zu tun hat, dass das Schwein ein Allesfresser ist oder es sich im Schlamm suhlt ; zwar durchgespaltene Klauen besitzen, aber nicht wiederkäut; die Haltung von Schweinen in heißen Gegenden unökonomisch war, ergo es eher eine Reaktion auf die Lebensbedingungen war… es ist so wie es ist. Es gelten weltweite Nahrungstabus: Das heilige Rind in Indien, die Ablehnung des Verzehrs von Pferdefleisch

im Nordeuropäischen Raum, die Aversion von Hund- und Katzenfleisch sowie Insekten in Europa… wir essen was wir bevorzugen und das schenkt uns Vielfältigkeit und weltweit abweichende aber eben  interessante Esskulturen.Habt ihr gewusst, dass Schweine in der Lage sind, in ihrem  Körper pro Tag bis zu 15 Gramm Ascorbinsäure (Vitamin C) selbst zu produzieren – oder Flusspferde nahe Verwandte der  Schwein sind – Ilse die Hybridsau in der damaligen DDR 300 Nachkommen hinterlassen hat – Schweine nicht schwitzen und Schweine auch geleast werden können?Übrigens, die Sau ist die Bezeichnung für ein weibliches Schwein, der Eber ist das männliche Schwein, das Ferkel ist der Nachwuchs und darf nur so lange Spanferkel genannt werden, wie es an der Zitze (Span) der Muttersau saugt.

In China steht das Schwein für Zufriedenheit und für häusliches Glück – wir selbst kennen das Glücksschwein oder den Ausdruck „Schwein gehabt“. Als Glücksbringer dient uns und vielen anderen Kulturen das Schwein. Der Römer galt als privilegiert, wenn er viele Schweine hatte. Als Verlierer bekam man als Trostpreis im Mittelalter ein Schwein. Der wilde Eber bei den Germanen galt als heiliges Tier, das Schwein galt als Symbol für Wohlstand und Reichtum, Fruchtbarkeit und Stärke… vielleicht vernehmen wir deswegen immer wieder die Redewendung: „Schwein gehabt“. Wir küssen den Frosch, um unseren heißgeliebten Prinzen zu bekommen, so wie Kermit stetig verfolgt von Miss Piggy, der glamourösen Schweine-Diva…naja, belassen wir es dabei…

Nichts desto trotz, wie Wilhelm Busch schon bekundete: Das Ende des Schweins ist der Anfang der Wurst oder wie sau-saugut nett formuliert: Das Ende des Schweins ist der Anfang der krossen Schwarte 😉

In diesem Sinne, wünschen wir euch viel Glück für das Neue Jahr und das wir im nächsten Jahr zusammen wieder „viel Schwein haben werden“;-)

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