Was für ein Ritt! Hinter uns liegt ein Jahr voller Energie, Roadtrips und kulinarischem Wahnsinn. Mit sau-saugut haben wir bundesweit Festivals und zig Veranstaltungen gerockt und Tausende satt und glücklich gemacht. 🤘einzigartig, wild und immer Vollgas!

Aber genau deshalb ist unser Herz dieses Jahr so voller Dankbarkeit: Weil wir unseren perfekten Gegenpol gefunden haben. Unser Resthof auf dem Land mit unseren Hunden und der Nachbarschaft ist unser Ankerplatz. Nach dem lautesten Festival-Wochenende in die wohltuende Stille einzutauchen, die Weite und die Natur zu genießen und einfach mal nur den Wind in den Bäumen zu hören – das ist wirklich ein Privileg. ✨

Ein riesiges Dankeschön an unsere Gäste, Freunde, Nachbarn und Unterstützer: Ihr seid für uns das Salz in der Suppe und wir wissen es zu schätzen. Danke, dass ihr für uns da seid, uns besucht, bei uns esst und uns unterstützt.

Wir gehen mit Neugierde und einer ordentlichen Portion Vorfreude in das Jahr 2026. Wir freuen uns auf die nächste Saison mit euch und auf die Ruhe, die danach auf unserem Hof wieder auf uns wartet. 🚜💨

Auf ein sau-saugutes neues Jahr! Wir sehen uns vor der Bühne oder am Küchentisch. 🥂✨

Angela & Arnt

30.12.25, 15:58 Uhr und 21:15 Uhr: Neues Update am Ende des Artikels …

„Früh genug“, hatten wir gedacht, als wir unsere Reisepässe für die Reise beim Bürgeramt beantragten. Für eine Woche, direkt nach den Feiertagen, geht es mit Freunden für uns auf das Schiff. Kanaren und Marokko stehen auf dem Plan. Wir freuen uns mächtig, denn wir sind völlig ausgebrannt. Diese Saison hat uns dieses Jahr einfach mächtig viel abverlangt. 

Zurück zum Thema. Für die Einreise nach Marokko benötigen wir allerdings einen gültigen Reisepass und auch für das Schiffsmanifest, das vor Reiseantritt ausgefüllt sein muss. Aber wir liegen gut im Zeitplan. Zwischen den Feiertagen, so hatten wir uns die Karten gelegt, holen wir noch schnell unsere Reisepässe ab. Ende November bekommen wir die Abholbenachrichtigung, dass unsere Reisepässe bereitliegen. Wir sind zu diesem Zeitpunkt bereits in Hannover und in Konstanz mit unseren Verkaufsständen auf den Weihnachtsmärkten  vertreten. 

Seit dem 24.12. liegen beide Weihnachtsmärkte endlich hinter uns. Um 19 Uhr sehen wir uns seit vielen Wochen das erste Mal wieder. Es reicht sogar noch, um ein wenig den Heiligabend gemeinsam zu genießen. Wir sind müde und ausgepowert. Endlich wieder im eigenen Bett schlafen, herrlich sag’ ich euch! Und wir freuen uns auf unseren Kurzurlaub. 

Heute ist Montag, der 29. Dezember, und unsere Reisepässe liegen allerdings nicht in unseren Händen. 

Das so bürgernahe Bürgeramt ist nämlich unwiderruflich geschlossen. Unglaublich? Nein, die werten Damen und Herren haben am 18. Dezember kurzfristig beschlossen, das Amt über die Fest- und Feiertage hinweg geschlossen zu halten, um erst wieder am 5. Januar ihren Dienst aufzunehmen. Einen Bereitschaftsdienst könne man allerdings erreichen, so heißt es vollmundig auf der Internetseite. Leider ist aber keiner für das Bürgeramt abbestellt worden.

Lange Rede, kurzer Sinn: Erst am 5. Januar ab 8 Uhr wird es uns ermöglicht, dass wir unsere Reisepässe abholen können. Um 6 Uhr geht unser Flieger vom Flughafen Hannover nach Gran Canaria. Offen gesagt bleibt einem da nur noch die Spucke weg. 

Wir haben zumindest von der Behörde Verbindlichkeit erwartet. Wir gönnen es ihnen, wenn sie Urlaub machen wollen, gar keine Frage. Aber dann muss man bitteschön rechtzeitig darauf aufmerksam machen und nicht ein paar Tage vor Weihnachten und Feiertagen diesen Entschluss treffen. In der Abholbenachrichtigung sind wir auch nicht über geänderte Öffnungszeiten –genauer gesagt Urlaubszeiten – informiert worden, sonst hätten wir noch rechtzeitig reagieren können. 

Wir wissen bis dato nicht, was jetzt passieren wird. 

Das Reisebüro, das wir in unserer Verzweiflung angerufen und gottlob auch erreicht haben, versucht uns auf einen späteren Flug umzubuchen. Wir hätten fast selbst einen Flug ab Köln gebucht, aber die Stolperfallen für uns nehmen kein Ende. Treten wir den regulären Hinflug nicht an, verfällt damit auch unser regulärer Rückflug. 

Wir müssten also aus eigener Kasse Hin- und Rückflug bezahlen. Wer bezahlt uns diesen unüberlegten Budenzauber aus Work-Life-Balance und Holiday-for-office jetzt eigentlich? 

Und das alles für eine spontane Entscheidung der Behörde, den Laden über die Feiertage einfach nicht zu öffnen. Unglaublich! 

Wir sind handlungsunfähig, denn niemand ist erreichbar – die meisten sind wahrscheinlich im Urlaub und am Mittwoch ist auch schon Silvester. Auch der Bürgermeister, den wir kontaktiert haben, ist nicht erreichbar. Wir hängen faktisch in der Luft. Während alle anderen Urlaub machen und sich wohlfühlen, schieben wir weiterhin mächtig Frust. 

Reiserücktrittsversicherung? Wir sind mit zwei weiteren Pärchen auf dem Schiff, um gemeinsam diese Zeit zu genießen. Unsere Zeit ist eng getaktet, danach haben wir dafür keine freie Zeit mehr. Auch unsere Hunde sind seit Wochen verbindlich gebucht. Nehmen wir das Hundehotel nicht in Anspruch,  zahlen wir mächtig drauf. 

Wir wollen und können schlichtweg nicht so einfach von der Reise zurücktreten. Egal wie wir entscheiden, es kostet uns nun eine Menge Geld. 

Mehr oder weniger ist das ein mieses Gefühl, und inzwischen sind wir auch wütend darüber. Wir hatten echt gedacht, wir kommen nach Hause und können loslassen. Und jetzt kämpfen wir schon wieder. 

Als Kommentar hatten wir es bereits erwähnt: Das Bürgeramt ist doch erreichbar für uns! um genauer zu sagen, in dringenden Fällen, so wie es bei uns der Fall ist. Wir hatten den Bereitschaftsdienst gestern zwar erreicht, aber halt mit der Gewissheit, dass die Bereitschaft nicht für unseren Bereich zuständig ist. Die nette Dame versprach uns aber, für uns herumzutelefonieren, um jemand vom Bürgeramt zu erreichen. Ehrlich gestanden, an diese Option haben wir am wenigsten geglaubt.

UPDATE: Friesoyther Magie

Heute um 1 Uhr erreicht uns telefonisch eine Dame vom Bürgeramt. Sie würde ihren Urlaub unterbrechen und wir sollten doch bitte um 15 Uhr vor der Behörde stehen, damit sie uns die Reisepässe überreichen kann. Als wir die Pässe um 15 Uhr in der Hand halten fällt eine schwere Last von unseren Schultern. Wir sind so was von erleichtert und superglücklich.

Dieser freundlichen Dame und dem Bürgermeister (das haben wir aber erst nach 21 Uhr erfahren) haben wir es zu verdanken, dass wir unseren Urlaub nun unbeschwert antreten können. HERZLICHEN DANK!

Der Bürgermeister von Friesoythe, Sven Stratmann hat sich offensichtlich für uns eingesetzt. Um 21:15 Uhr erreicht uns seine Nachricht, dass wohl alles geklappt hat und er uns nun eine erholsame Schiffsreise und einen guten Start ins neue Jahr wünscht.

Unglaublich? Nein, das ist die Friesoyther Magie – sie kann man nur hier so erleben. 😉 Wir halten zusammen und jeder hilft dem anderen. Meine Güte, da fällt uns wirklich ein Stein … nein eine ganze Geröll-Lawine vom Herzen.

Wir wünschen allen einen guten Rutsch. Und denkt daran, es ist nie hoffnungslos. Glaubt fest an eure Wünsche und sie erfüllen sich auch 🙂

Gefühlt passiert nicht viel bei uns in der Vorweihnachtszeit. Ah – nicht ganz richtig, wir sind natürlich im Stress, denn wir befinden uns in der Vorweihnachtszeit 5 Wochen auf den Weihnachtsmärkten und bereiten und planen dazu schon Wochen vorher alles vor. Nichts darf vergessen werden, denn unsere Weihnachtsmärkte sind nicht bei uns zu Hause oder in unserer Umgebung. In diesem Jahr sind wir in Konstanz (900km Entfernung von zu Hause) und in Hannover (230km entfernt) vertreten. In LKWs und Transportern wird alles Notwendige zu den Märkten transportiert, aufgebaut und für das Feeling Weihnachten sorgfältig drapiert.

Weihnachtsmarkt Hannover: Historisches Dorf am Leineufer

Wir selbst, ganz privat, bekommen von Weihnachten so gut wie nichts mit. Irgendwas ist immer und wir müssen darauf passgenau reagieren. Mitarbeiter machen nicht das, was verlangt wird, sie fallen aus oder erscheinen erst gar nicht. Der Großhändler kann nicht pünktlich liefern, oder er kann gar nicht liefern. Der Veranstalter meint, etwas ändern zu wollen, was vorweg nicht abgesprochen war. Der Strom macht Probleme, da der Stromlieferant die Leitung nicht richtig abgesichert hat, oder wir irgendeinen Stromnehmer falsch eingeschätzt haben. Die Bank will wieder einen Nachweis für die Mittelherkunft haben, obwohl wir Geschäftskunden sind. Ein Kunde benimmt sich daneben, der nächste Kunden will eine Scheibe abgeschnitten haben oder per Kilopreis bei uns ordern. Kurzum, es wird nie langweilig. Abends kalkulieren wir in unserer Ferienwohnung unsere Einnahmen und bereiten den nächsten Tag vor. Erschöpft fallen wir um 23 Uhr ins Bett, um früh um 6 Uhr aufzustehen, denn ein neuer Tag ruft.

Weihnachtsmarkt Konstanz

Vorweihnachtszeit … sorry, da müssen wir komplett passen. Auch Heiligabend ist für uns nicht relevant. Arnt kommt aus Konstanz meist erst gegen Mitternacht zurück. Ich bereite für uns in diesem Jahr wenigstens einen Mitternachtssnack vor. Fünf Wochen sind wir nun voneinander getrennt und es nervt einfach. Wir haben kaum Zeit, um zu telefonieren … manchmal schaffen wir es mit Facetime uns wenigstens für ein paar Minuten zu sehen. Ansonsten ist jeder in seinem Film gefangene und reagiert einfach nur.

Vor uns liegen nun noch ein paar Tage und Leute … ganz ehrlich? In diesem Jahr mache ich drei Kreuze, wenn alles vorüber ist. Und ich freue mich auf meine Hunde. Am 23. gehts für mich nach Hause, dann lade ich mit den Mitarbeitern schnell den Leih-LKW ab, damit der wieder zurück kann. Und ich hetze anschließend zum Hundehotel, um meine beiden ersten Hunde in Empfang zu nehmen. Gina war sehr krank, sie hatte eine stille Lungenentzündung mit hohem Fieber. Ich bin dankbar, dass das Hundehotel entsprechend reagiert und gehandelt hat. Und Quentin, ja der tobt sich durch alles und wird einfach nicht erwachsen. Ich freue mich tierisch auf beide.

Quentin unser Großer Schweizer Sennenhund
Gina ist gechillt

Am 24. werde ich noch schnell einkaufen gehen und Georgi, unseren dritten Hund in Empfang nehmen. Meine Freundin hat auf Georgi aufgepasst und sie nach Strich und Faden verwöhnt. Hund müsste man sein, dann sind die Sorgen weniger erdrückend …

Georgia unsere Hübsche

So, erst einmal ist genug geschwätzt. Bis bald und wenn wir uns vorher nicht mehr melden, dann wünsche wir euch allen fröhliche und besinnliche Weihnachten.

Weihnachtspyramide in Hannover

Angela & Arnt

Journalistin Eva Dahlmann-Aulike von der Nordwestzeitung besucht uns, als wir uns mitten in den Vorbereitungen für das Elf Fantasy Fair Festival, kurz Elfia befinden. Sie hat uns durch Kleinanzeigen gefunden, in der wir aktuell Mitarbeiter und Aushilfen für verschiedene Veranstaltungen suchen. Ihr Vorgesetzter ist überrascht über unseren Wohnsitz in Altenoythe – er hätte ja noch gar nicht gehört, dass da so eine Firma ansässig sei. Zack, schon hat Eva Dahlmann-Aulike einen Auftrag – nämlich bei uns vorbei zu schauen, um mal abzuklopfen, wer wir überhaupt sind.

Und natürlich bemerkt sie gleich den angenehmen Geruch der Rinderbrüste, die sich zum Zeitpunkt ihres Besuches, in der BBQ-Dampflok befinden. Wir erzählen ihr, warum wir nach Altenoythe gezogen sind und warum wir diese Art Beschäftigung überhaupt angestrebt haben. 

Tätigkeitsbereiche und Veranstaltungen

Für viele Menschen ist es nicht vorstellbar, was wir tun und womit wir unser Geld verdienen. Vor einigen Tagen besuchte uns ein Nachbar, der dachte, wir verdienen mit Jahrmärkten und Kirmes unser Auskommen. Doch unser Wirkungskreis ist ein ganz anderer. Wir sind hauptsächlich auf historischen Stadtfesten, Festivals und einigen Mittelalterveranstaltungen zu finden. Zusätzlich bieten wir unser Können auf privaten Festlichkeiten als Partyservice / Catering an. Wir machen de facto also etwas ganz anderes als gewöhnliche Schausteller. 

Unsere Mitarbeiter schlafen auch nicht in Packwagen und sind durchgehend über Monate unterwegs. Wir fahren nach jeder Veranstaltung wieder nach Hause und wir übernachten in Hotels oder/und Ferienwohnungen. 

Unser Wohnmobil „belagern“ Arnt und meine Wenigkeit, um direkt am Veranstaltungsgelände zu sein, insbesondere, wenn mal etwas Außergewöhnliches passiert. Uns haben in der Vergangenheit Sturm und Hagel so einiges zunichtegemacht. Dann müssen die Verkaufsstände, auch wenn es mitten in der Nacht ist, sofort gesichert werden, damit nicht Menschen von herumfliegenden Teilen verletzt werden. 

Aber ich weiche vom Thema ab … die Zeitung hat einen Bericht über uns geschrieben und den stelle ich einfach mal hier ein. Als Headliner prangert ganz groß über dem Artikel: „Sau saugut verlegt Firmensitz von Rostrup nach Altenoythe„. Viel Spaß beim Lesen. 

Unsere neuen Kontaktdaten:

Sau-saugut
Angela Roesenberger & Arnt Schnicker-Roesenberger GbR
Zum Kellerdamm 5
D – 26169 Friesoythe

Mobil Office: +49 (0) 17 0 / 48 70 29 3

E-Mail:    info@sau-saugut.de
Web:       www.sau-saugut.de

Seit dem der Bericht viral gegangen ist, werden wir von vielen darauf angesprochen. Super, sagen wir da! Top Bericht, vielen Dank fürs Finden und Neugierig sein. Liebe Eva Dahlmann-Aulike, besser hätte ich es nicht auf den Punkt bringen können.

Wer den Bericht online lesen möchte, HIER findet ihr den Link dazu.

Ist ja nicht so, dass wir mal mehr Zeit hätten … nö, wir sind schon wieder voll im „Stress“ – hinter uns liegen mittlerweile zwei Veranstaltungen, wir bereiten schon ganz viel vor, basteln an irgendwelchen Ständen herum, stimmen am Bildschirm die ersten Plakat ab und sind, wie in jedem Jahr, auf Mitarbeitersuche. Bei uns fällt allerdings die Mitarbeitersuche etwas anders aus. Wir suchen nämlich nicht nur in Festanstellung, sondern auch schon die ersten Aushilfen für unsere Festivals.

Ebay Kleinanzeigen oder wie sie heute einfach heißen: Kleinanzeigen, steht bei uns für die Rekrutierung passender Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter daher hoch im Kurs.
Eine Suchanzeigen ist durch dessen Übersichtlichkeit und intuitiven Einstellmöglichkeiten, darin schnell platziert und in Windeseile spricht es sich bundesweit herum, dass wir auf Suche sind.
Uns bringen reine Jobportale an sich gar nichts, denn darin suchen Menschen nicht nach Stellen als Aushilfe auf Festivals und schon gar nicht Menschen, die in Festanstellung bei einem Eventcaterer anheuern wollen.

In diesem Jahr hatten wir allerdings anfängliche Schwierigkeiten, denn unsere Anzeigen in Kleinanzeigen wurden, ohne Vorwarnung, einfach gelöscht. Das hat unseren Jahresplan zunächst deutlich ins Wanken gebracht.
Wir stellen bei Kleinanzeigen Gesuche ein, die sich nur im Postleitzahlenbereich unterscheiden. Ergo hat das für Kleinanzeigen so ausgesehen, als ob wir den Channel zuspammen wollen.
Kurzerhand waren alle Anzeigen raus und unsere Arbeit von Stunden futsch. Das fühlte sich gleich nach Willkür an, denn wir wurden unzureichend darüber informiert – angeblich hat die angegeben Adresse der Anzeige mit unserem Impressum nicht übereingestimmt und das wäre nicht zulässig.
Natürlich suchen wir in bestimmten PLZ-Bereichen, schließlich sind wir bundesweit aktiv und suchen daher auch bundesweit. Ich gebe zu, ich war ziemlich sauer über die Vorgehensweise von Kleinanzeigen. Zumal die Anzeigen unser geistliches Gedankengut ist und auch Geld gekostet haben. Zudem hatten wir auch noch einen zusätzlichen Vertrag abgeschlossen, damit wir mit unseren Gesuchen immer gut gefunden werden können. Mit einem Mal 160 Euro futsch und keine Möglichkeit, unsere Anzeigen in gewohnter Weise zu schalten? Das wollten wir nicht einfach hinnehmen und das große Hin- und Her begann. Erst waren es hintereinander zwei Damen und dann kam Herr Kaiser an die Reihe. Etwas durchzusetzen, ohne die Geschäftsstatuten zu beeinflussen, erzeugt Ärger und beinhaltet viel Diskussionsgrundlage.
Aber und das muss ich offen eingestehen, Herr Kaiser ist in seiner feuerlöschenden Funktion richtig klasse gewesen. Nach und nach bekamen wir mit Kulanz, Hartnäckigkeit und Einsicht die sprichwörtliche Kuh vom Eis.

Uns bleibt als sau-saugut nun Kleinanzeigen erhalten und das ist sehr wichtig für uns. Schliesslich möchten wir, als bundesweit agierender Eventcaterer und Showgriller, so viele Menschen wie möglich erreichen.

Unser Dank geht an das Kleinanzeigen Team und an Herrn Kaiser! Beim nächsten Event sind Sie gerne unser Gäste.

Teil I: Ergebener Mitarbeiter

Veröffentlicht: 8. Februar 2025 in Allgemein
Schlagwörter:, , ,

Ein Erfahrungsbericht von einem Unternehmen, das sich unermüdlich für seine Mitarbeiter einsetzt und überzeugt ist, dass in jedem Menschen Potenzial steckt. Das Jahr fängt mal wieder mit gewissen Herausforderungen an, daher zunächst Teil I.

Unser langjähriger Mitarbeiter, wir nennen in kurz M., hat es nun, wie wir alle schon ahnten, doch nicht geschafft. Aber alles der Reihe nach.

M. hat offensichtlich eine Frau fürs Leben kennengelernt und sie vom Fleck weg geheiratet. Als wir sie kennenlernten, dachten wir noch, dass es M. guttun würde, er endlich einen Grund hat, sein Leben zu ordnen und seine Suchtprobleme zu lösen. Auch seine Mutter zeigte Zuversicht. Alles sah auch erst einmal danach aus. Wir hatten den Eindruck, dass er seinen Alkoholkonsum für seine Frau einschränkte und auch so einiges anderes endlich auf die Reihe bekam. Doch schnell wurde ersichtlich, er kann sich von seiner neuen Frau für die Zeit der Arbeit nicht trennen. Sein Handy klingelte im Minutentakt und er nahm rigoros all ihre Anrufe an, egal in welcher Situation er sich gerade befand. So telefonierte er in allen Lebenssituationen mit ihr. Er ließ jedes Werkzeug fallen oder unterbrach für ein Gespräch mit ihr gnadenlos die Gespräche mit Vorgesetzten oder Kollegen. Er telefonierte beim Essen, auch am Tisch im Restaurant, beim gemütlichen Zusammensitzen mit Mitarbeitern, er unterbrach Meetings für ein Gespräch mit seiner Frau und auch der Toilettengang hinderte ihn nicht daran, mit ihr zu telefonieren. Sie rief gnadenlos bei jeder Kleinigkeit an, auch nachts. Auch wenn sie genau wusste, dass er arbeiten musste, schellte sie rücksichtslos durch, um den neuesten Tratsch mit ihm zu teilen. Das Handy piepte und klingelte im Dauerbetrieb, viele in seinem Umfeld waren davon völlig entnervt. Er glänzte in solchen Momenten mit Abwesenheit und konzentrierte sich nur auf sie. Er nahm keine Rücksicht auf andere, entfernte sich für diese Momente auch nicht diskret, sondern telefonierte mit Freisprechfunktion lautstark mit ihr und störte damit alle anderen um sich herum. Unsere Teamgespräche, die fast immer von ihrem Anruf gestört wurden, verliefen gleich ab. Entweder redeten wir weiter, aber mussten immer wieder unsere Lautstärke auf die eindringliche Stimme seiner Frau anpassen – wir sprachen gewissermaßen gegen ihre Stimme an (und die Gute hat ein lautes rauchiges Organ) oder wir waren dazu gezwungen, das Gespräch zu unterbrechen, weil sie einfach zu vereinnahmend war.

Ein unhaltbarer und belastender Dauerzustand für uns, das können wir im Nachhinein so sagen. Zumal wir ihn auf sein Verhalten nur äußerst vorsichtig aufmerksam machen konnten. Er fühlte sich ständig angegriffen und war beleidigt.

Die Situation ist für alle angespannt und anstrengend gewesen. Was man nicht alles mitgemacht hat, um Mitarbeiter zu halten … 

Besonders nach seinem Sabbatjahr und mit seiner neuen Frau war M. wie ausgewechselt. Oft vermittelte er den Eindruck, mit seiner Situation überfordert zu sein. Sie vereinnahmt ihn derart stark, dass er keine Chance mehr hat, er selbst zu sein. Ob tagsüber oder nachts, ihr scheint es bis dato egal zu sein, zu welchem Zeitpunkt sie ihn in Anspruch nimmt. Der arme Kerl. Er ist ihr völlig ergeben und hörig …

Ein Jahr hat er nach seiner Pause bei uns durchgehalten. Es war für uns ein Jahr mit Hoffnungen und vielen neuen Eindrücken sowie Herausforderungen, die wir nun für immer an acta legen müssen. Es fällt uns schwer, denn wir setzen uns für unsere Mitarbeiter ein, wir glauben an sie. Wir bauen auf sie, geben die Hoffnung nie auf und machen auch so einiges mit.  Aber wenn wir nur noch zurückstecken müssen, die Arbeit darunter leidet und wir nur noch drumherum planen müssen, dann ist es endgültig Zeit, sich zu trennen. 

Wir sagen danke, für viele Jahre Treue und Unterstützung. Und wir sagen nun endgültig adieu und wünschen M. viel Glück, Zufriedenheit und alles Gute.

Gefühlt befinde ich mich noch gar nicht in Weihnachtsstimmung, obwohl rings um uns herum schon alle Häuser geschmückt sind und die Weihnachtsmärkte schon Volldampf fahren. Ja auch wir sind bereits wieder mit Sau vom Spieß auf dem Weihnachtsmarkt in Konstanz vertreten. Heute feiern wir Halbzeit, die Hälfte des Weihnachtsmarktes ist geschafft. Mit dem Wetter haben wir bis jetzt Glück, bisle usselig aber der Glühwein nebst Sau vom Spieß geht ja immer.

Wenn ihr in der Nähe seid, dann kommt vorbei. Dieser Weihnachtsmarkt ist wirklich sehr schön, insbesondere die Beleuchtung, die macht schon einiges her.

Die Wetterpropheten sprechen von milden Temperaturen, schade eigentlich. Ein wenig Schnee würde die weihnachtliche Stimmung erst so richtig entfachen. Egal, trotzdem verzaubert der wundervolle Weihnachtsmarkt am See die Besucher jedes Jahr aufs neue in Konstanz. Tauchen Sie ein in eine zauberhafte Welt aus Lichterglanz, weihnachtlichen Spezialitäten, Kunsthandwerk und Leckereien.

Dreimal dürft ihr raten

Veröffentlicht: 24. Oktober 2024 in Allgemein
Schlagwörter:, , ,

Nun hat all die Spekulation ein Ende. Der Grund, den wir vermutet hatten, stimmt also tatsächlich: Geldgier & Spekulationswahnsinn. Unser alter Hof steht bereits zum Verkauf im Netz und wird für über 600.000 Euro angeboten. Na dann mal viel Spaß mit dem Verkehr vor der Tür, den nassen Wänden und den maroden Nebengebäuden, inklusiv massiv vielen Mäusen und anderem Getier. 

Arnts Schwester ist auf Nimmerwiedersehen verschwunden – gemeldet hat sie sich bei uns auch nicht mehr und die gesamte Familie weiß nichts. Dramatisch, wie Menschen plötzlich nicht mehr das sind, was sie mal waren. Insbesondere, welche Werte und Ideale mit einem Fingerschnipp zerstört sind. Das, was ihr immer besonders wichtig war… alles ist mit einem Schlag einfach weg. Ihre Schulden bei uns, sie bleiben …

Vattern Schnicker reibt sich an unserer alten Adresse auf, die noch überall vermerkt ist. Herrschaftszeiten, jetzt wird aber mal eine Nachtschicht eingelegt 😉 Gut Ding will Weile haben.

Die Papageien von Arnts Tochter bekommen nie Junge – all ihre Zuchtträume sind damit zerschlagen. Na dann muss wohl auf den nächsten Geier gesetzt werden, vielleicht klappt es ja dann damit.

Wir ersticken weiterhin in Arbeit – also ganz der normale Wahnsinn und ansonsten ist alles wie immer. 

Nein, zwei außerordentlich schöne Begebenheiten sind auch passiert. Arnts Tochter Vivian hat uns tatkräftig bei einem Catering unterstützt und Birgit (Mama von Vivi und Miri) hat uns gemeinsam mit Vivian und Steffen auf dem Elfia besucht. Wir hatten uns schon sehr lange nicht mehr gesehen und das Wiedersehen war daher erstens ohnehin mal endlich fällig 😉 und zweitens hat uns das Wiedersehen mega gefreut.

Und unser Großer Schweizer Sennenhund … der ist nun ausgewachsen und hüpft fröhlich vergnügt herum. Manchmal nehme ich den Lufthauch um mich herum wahr und weiß damit, wie hoch der gesprungen ist – der Idiot.

Auf dem ersten Bild ist er noch klein. Auf dem zweiten hingegen schon groß 🙂

Heute war das mal ganz kurz und schmerzlos. Übrigens, wir fühlen uns in unserem neuen Zuhause echt wohl. Wir dürfen nur die ganze Arbeit, die noch auf uns wartet, nicht immer die Beachtung schenken. Manchmal muss man einfach mal loslassen dürfen.

Bald mehr. Bleibt gesund und zuversichtlich.

Alt gegen neu oder der Wahnsinn hat ein Ende

Veröffentlicht: 1. Oktober 2024 in Allgemein

Update! Wir werden die Vornamen von den Hofbesitzern unkenntlicher gestalten, indem wir nur noch von S. und J. aus W. berichten.

Es gibt doch noch einen dritten Teil, es beschäftigt mich einfach noch zu sehr.

Nun ist es vollbracht. Heute geben wir den Hof an die Altbesitzer zurück. Sie erscheinen mit Rechtsanwalt … lächerlich, sie fotografieren jeden Nagel … Was meinen die eigentlich, wie wir den Hof verlassen würden? Oder wovor haben die Angst? Ob sie ein schlechtes Gewissen haben, weil sie unsere Heimat und unseren Traum zerstört haben? Oder wollen sie einfach nur auf die Kacke hauen und erhoffen sich womöglich, uns noch richtig viel Geld aus der Tasche ziehen zu können? Letzteres vermuten wir alle. Wir haben noch einmal alles gestrichen, denn wir geben „unseren“ Hof so zurück, wie wir ihn bekommen haben. 

Ich weiß nicht was aus „unserem“ Hof 😢 werden wird. Vielleicht wird er abgerissen … oder es ziehen andere Menschen mit Träume ein, vielleicht auch überhebliche und abgestumpfte Snobs … ich kann nur wünschen, dass der Hof von normalen Menschen bezogen wird, die es zu schätzen wissen, was dieser Hof zu bieten hat. Unsere Nachbarschaft hat auf jedem Fall liebenswerte Menschen verdient. Das sind durchweg so herzliche und liebe Menschen – alle durch die Bank. 💖 Wir werden euch vermissen …

Wir haben viel erlebt auf diesem Hof – auch Corona mit seinen Schattenseiten. Aber wir lernten auch viele Leute kennen, als wir den Popup-BBQ-Hof wegen Corona betreiben mussten. Zurückblickend verbrachten wir eine wunderschöne Zeit auf diesem Hof. Mit der Unterschrift zum Vorvertrag erfüllte sich ein lange gehegter Traum von uns: in den Norden ziehen zu wollen. Wir haben es bis jetzt nicht bereut, diesen Schritt mit allen Konsequenzen gegangen zu sein. 

Ja, es ist uns jetzt schwergefallen, loszulassen. Wir mussten uns immer wieder die Vorteile, die ein Nichtkauf mit sich bringt, vor Augen führen, um nicht todtraurig über den Zwangsverlust zu werden. Und mitten in der Saison nicht nur privat, sondern auch mit der Firma umziehen zu müssen, das hat uns einiges abverlangt und extrem viel Geld gekostet. Denn auch unser neuer Hof musste von Grund auf renoviert werden. 80 % leisteten wir in Eigenleistung, denn auf Handwerker wollten und konnten wir uns doch nicht verlassen. Dieter, der Vorbesitzer, hat noch zusätzlich für Verzögerung gesorgt und wir konnten nicht, wie planmäßig, in einer ruhigeren Zeit umziehen. Dieter hat trotzdem alles gegeben, damit wir einziehen konnten. Was für ein Chaos, bis wir alles unter Dach und Fach hatten.

Doch unser neuer Hof gibt alles … um uns zu gefallen. Der Garten ist im Sommer echt schön geworden … und was habe ich am Anfang darüber geschimpft. Im Haus ist alles super gemütlich geworden. Wir können den Hof immer mehr annehmen und so langsam aber sicher verspüren wir Heimat, wenn wir auf unser Gelände auffahren. 

Und jetzt mal ganz ehrlich. Unser alter Hof war zwar schön … zumindest das Haus, aber alle Stallungen sind runter, verfallen langsam und überall dringt Wasser ein – auch im Haupthaus. Ich habe jetzt erst noch neue Stellen gefunden, wo das Mauerwerk nass ist.

Überall diese Risse, von der Decke bis zum Boden. Draußen dieser Schlamm … und die Wiese im Garten ist seit Jahren vollgesogen mit Wasser, unser Keller unter der Scheune steht ständig unter Wasser. Und dann der massive Straßenverkehr auf der Westerstederstraße – der hat extrem zugenommen und man fühlt sich sogar sonntags wie auf der Autobahn. Es ist kaum noch zum Aushalten. Und die Motorradfahrer nutzen die Straße als Rennstrecke und drehen noch mal so richtig auf, wenn sie an unserer Hausnummer 20 vorbeisausen. 

Nein, es reicht. Wir sind mittlerweile beide froh, dass wir dieses Haus hinter uns lassen. Wir tun das Richtige. Hätten wir es gekauft, dann wäre viel Geld geflossen, nur weil man in Bad Zwischenahn gekauft hat. Überall anders sind die Preise bei weitem nicht so überkandidelt. Zumal der Besitzer uns mit dem Haus acht Jahre lang völlig allein gelassen hat. An nichts hat er sich beteiligt. So ist alles mehr und mehr gealtert und wir durften dabei zuschauen. Und gut, dass wir nicht nervös geworden sind und selbst Hand angelegt und investiert haben. Darauf haben die nur gewartet. Wir machen alles schick und dann springen die kurz vor dem Lokus vom Kaufvertrag ab und bieten es überteuert auf dem Markt an … nix da! 

Wir haben alles richtig gemacht – wir hatten den richtigen Riecher. Und wieder bewahrheitet sich der Satz, dass für eine Tür, die sich schließt, andere aufgehen. Und ja, so ist es: In allem Negativen verbirgt sich auch etwas Gutes. Ich bin, bzw. wir sind uns inzwischen sicher, für uns ist das so, wie es ist, viel besser. 

Lange Rede, kurzer Sinn: Adieu, Westersteder Straße 20 in Bad Zwischenahn. Es war zwar schön mit dir, aber nun wollen wir zur Ruhe kommen und uns nicht länger mit solchen abgehobenen, geldgierigen und vielleicht auch verbitterten Menschen abgeben. 

Jetzt leben wir auf UNSEREM Hof und wenn wir hier die Haus- oder Dielentür öffnen, dann hören wir allenfalls zwitschernde Vögel, muhende Kühe und bellende Hunde und nur gelegentlich ein Auto. Hier werden wir endgültig alt werden. Und unsere Freunde aus Bad Zwischenahn, die bleiben uns weiterhin treu – die kommen uns allesamt in unserer neuen Heimat besuchen.

Sonnenuntergang - zwischen den Hofgebäuden hindurch fotografiert.

☝️Liebe neue Nachbarschaft: Wir hörten ja bereits von einigen von euch, dass ihr uns bereits im Netz aufgespürt habt und mitlest. Mal für alle anderen Lesenden: Als wir in Wacken mit vier Verkaufsständen vertreten waren, kamen Leute auf uns zu und stellten sich als neue Nachbarschaft vor. Irre oder nicht? 

Aber zurück zu unserer Nachbarschaft: Wir melden uns kurzfristig bei euch, um uns endlich einmal bei euch vorzustellen. Jetzt werden wir endlich Zeit finden und wir sind schon sehr gespannt auf euch alle. 

Mal wieder Ursache und Wirkung

Veröffentlicht: 28. Mai 2024 in Allgemein
Schlagwörter:, , , , , , ,

Update! Wir werden die Vornamen von den Hofbesitzern unkenntlicher gestalten, indem wir nur noch von S. und J. aus W. berichten.

Teil II ein nicht endend wollenden Tragödie – oder die nächste Begebenheit, die uns wieder um eine Erfahrung reicher macht.

Wir berichteten im letzten Kapitel darüber, wie man einen fast gekauften Hof im letzten Moment noch verlieren kann. Menschen schaut man halt immer nur vor dem Kopf. Doch wie sagt man auch immer so schön? Wer weiß, wofür es gut ist. Dieser Dauerlärm von der Straße und die Tatsache, dass wir mit dem Hof tiefer liegen, als die Straße, das sind nur zwei Gründe von vielen, die ich dazu schon einmal aufzählen kann. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir hier einmal richtig von Regenmassen getroffen werden. Und dann saufen wir definitiv ab, denn es fließt, wegen fehlendem Abfluss nichts ab. Als der Dauerregen auf uns niederprasselte, lagen vor der Haustür und der Scheune bereits Sandsäcke – die liegen da ja nicht umsonst.

Und dieser Lärm von der Straße, der stresst nur noch. Diese mittlerweile maroden Stallungen und Nebengebäude, sowie rundherum kaputte und viel zu kleine Dachrinnen … Wir müssten, damit wir rangieren können, den Hof pflastern und in der Scheune einiges umbauen, damit die Firma überhaupt noch hineinpasst. Das kostet alles nur Unmengen an Geld. Wahrscheinlich haben die Hofbesitzer aus W. uns mit ihrer Sturheit und Gier hervorragend in die Karten gespielt. Wir können wohl dem Ehepaar J. und S. offensichtlich sogar dankbar dafür sein, hier nicht wohnen bleiben zu müssen.

Für unsere Firma passt es vorn und hinten nicht mehr. Dann diese enge Einfahrt … irgendwann wird uns hier einer draufbrettern, das ist sicher. Die fahren hier alle, wie die Irren. An eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h hält sich keiner und die Motorradfahrer fahren mit heulendem Motor und auf dem Hinterrad die Straße hoch und runter oder schießen mit 180 km/h an dem Hof vorbei. Echt, das ist hier nur noch der helle Wahnsinn.

Um den Garten wird es sehr schade sein. Er ist in den letzten Jahren wunderschön geworden. Alles ist natürlich zugewuchert, es gibt kaum noch ein freies Plätzchen. Das wird der Dame des Hauses sicherlich ein Dorn im Auge sein, wenn wir hier gehen. Wie ich sie kenne, wird sie alles dem Erdboden gleich machen. Traurig, dass die Menschen auch im Hinblick auf Natur abgestumpft sind und Gärten nur noch praktisch, ohne Unkräuter haben zu wollen, bewirtschaftet werden. In so einigen Gärten beobachte ich immer wieder, wie da tonnenweise der Kies angeschleppt und verarbeitet wird. Das ist widernatürlich und sieht obendrein nur hässlich und kalt aus. Und es trägt zur Klimaerwärmung bei. Aber der Bequemlichkeit der Menschen entspricht es … sie brauchen dadurch nur noch wenig tun und das, was angepflanzt wird, darum müssen sie sich allenfalls kümmern, wenn es zu trocken wird, eingegangen ist und herausgerissen werden muss.

Aber zurück zum Thema. Ich muss, ob ich es will oder nicht, den alten Garten loslassen. Ich schneide z.B. in diesem Jahr die etlichen Kilometer Buchsbaumkugeln und Buchsbaumhecken nicht mehr. Ich habe es bis heute geschafft, dass der Buchsbaum, obwohl er von Schimmel und Zünzler seit Anbeginn betroffen ist, sich hält und schön aussieht. Das war mordsmäßig viel Arbeit. Ich hatte sogar Fachleute von der Universität Oldenburg bei mir – diesen Aufwand habe ich betrieben, um den Buchsbaum halten zu können … egal – jetzt beginnt ein neues Zeitalter und ich lasse nun endgültig los.

Unser neuer Hof

Wir sind bei dieser dramatischen Lage natürlich nicht untätig geblieben und haben uns auf die Suche nach einem adäquaten Ersatz gemacht. Das hat zusätzlich für graue Haare gesorgt. Denn der Markt ist gesättigt, in den Wintermonaten sind kaum neue Angebote dazugekommen. Einige sind überteuert gewesen, andere baufällig oder nicht passend für die Firma oder für uns … Unsere Ansprüche sind breit gefächert. So etwas findet man nicht einfach und auch nicht schnell. Die Stolperfallen waren bei der Suche nach etwas Neuem gleich für uns präsent. Es gab Phasen, in denen wir fast aufgegeben hätten, denn irgendwie wollte es nie so richtig klappen. Wir mussten sogar einen Notartermin wegen fehlender Baugenehmigung in letzter Sekunde absagen.

Letztendlich sind wir fündig geworden. 20 km von unserem jetzigen Hof entfernt wartet unser neuer Hof schon auf uns. Momentan sind die Handwerker drin und machen alles schön, bauen so um, dass alles für uns passt. Dieser Hof ist perfekt für die Firma, alles ist gepflastert, sodass auch unsere Fahrzeuge rangieren können, ohne im Schlamm stecken zu bleiben. Der Hof ist um einiges größer und diese Größe ist für unseren Betrieb echt notwendig.

Kleine Mankos sind vorhanden. Der Vorbesitzer, Landmaschinenmechaniker, ist bislang nicht gänzlich ausgezogen. Er hat extrem viel um das Gelände, den Garten und in der Halle gelagert … Landmaschinen, Maschinenteile, Achsen und entkernte Lkws sowie lauter Anhänger und Traktoren stehen herum. Viele sagen, er würde es nicht rechtzeitig schaffen, alles in sein neues Domizil mitzunehmen. Ich bin zuversichtlich, dass er es bis zum angegebenen Zeitpunkt durchaus schaffen kann. Wir haben ihm eine großzügige Frist gesetzt und vereinbart, dass er zumindest das Haus und die Diele zu räumen hat. Das hat er auch sorgsam erledigt. Daher bin und bleibe ich zuversichtlich für den Rest. Er hat sein Wort gegeben und er ist noch vom alten Schlag. Für ihn ist ein Handschlag so verbindlich wie für andere eine Vertragsbindung. Er wird sich daran halten – ich bin mir sicher 😃

Und das andere Manko ist der Garten. Dieser neue Garten ist wahllos bepflanzt worden und kurz vor dem Verkauf haben die Hofbesitzer offensichtlich gemeint, ein Kahlschlag täte dem Garten gut. Leider musste auch ein Stück Wald, also wertvolle, Sauerstoff und Schatten spendende Bäume weichen. Meines Erachtens hat er davon ein wenig zu viel bekommen. Der Garten schirmt bisher nicht genügend ab und von überall her können Neugierige hineinschauen. Aber gut, das ist das kleinste Problem, es wird sich alles fügen. Ich hoffe einfach, dass der Garten, wenn ich noch so einige Veränderungen vornehme und auch notwendige Stauden einpflanze, mit den Jahren Gestalt annehmen wird.

Da ich dieses Jahr 60 Jahre alt werde, hoffe ich, dass ich noch einige Jahre haben werde, um den Garten so zu genießen, wie wir uns den letztendlich in unseren Visionen vorstellen.

Aber es geht offensichtlich bei uns nie ohne Handicaps.

Das Wohnhaus muss renoviert werden und beim Tapeten abreißen kamen einige Schimmelflecken zum Vorschein. Wir mussten den schimmeligen Putz bis auf die Grundmauern beseitigen. Und aus schnell fertig werden wurde dann doch nichts. Erst lief es gut an, mit unseren Handwerkern. Doch inzwischen treten da unschöne Ungereimtheiten zutage. Unsere Handwerker lassen sich viel Zeit – oft zu viel – und präsentieren ständig neue Ausreden, um nicht zu erscheinen, herumzutrödeln oder früher Feierabend machen zu können. Aber wenn es um das liebe Geld geht, dann müssen wir funktionieren, wenn es sein muss, auch nachts. Dass sie nur bedingt funktionieren, wir deswegen in Zeitdruck geraten und uns das eine Menge Geld kostet, das ist ihnen offensichtlich überhaupt nicht bewusst oder auch völlig egal. Und das verärgert uns, denn wir haben darauf immer nur bedingt Einfluss.

Wir machen laufend die Faust in der Tasche, damit bloß keine Missstimmungen entstehen. Heute sind die Menschen nämlich recht merkwürdig geworden. Mit vielen kann man gar nicht mehr gerade aus und normal reden. Mit einigen Kandidaten muss man extrem vorsichtig umgehen, weil man sonst damit rechnen muss, dass die sich womöglich vor den nächsten Zug werfen. 🤣 Ich lache jetzt zwar darüber, aber es ist leider gar nicht zum Lachen. Ein gewisser Teil der Menschen fordert nur noch, sie können zwar minutiös ihre Rechte aufzählen, aber ihnen fehlt es gänzlich an Motivation, Engagement, Fairness und Ehrlichkeit. Und bedauerlicherweise fehlt ihnen oft auch das notwendige Wissen. Sie wollen und fordern, aber geben und leisten nichts dafür, und das ist für uns belastend.

Wir versuchen daher so viel wie möglich selbst zu machen, um so autonom wie möglich zu bleiben. Wir haben einfach keine Lust auf diesen zermürbenden Kram. Und das, wo wir ohnehin schon am Limit kämpfen und keine Zeit haben … es ist schier zum verrückt werden.

Diese Schwurblerin, wovon ich im letzten Beitrag berichtete, ihr könnt euch sicherlich noch daran erinnern – lange Rede, kurzer Sinn – Arnt hatte ausgerechnet ihr Geld geliehen. Das macht man so in der Familie, sich gegenseitig zu helfen. Dagegen ist auch nichts einzuwenden. Das Geld sollte jedoch bereits im Januar zurückfließen. Bis vor einer Woche haben wir vergeblich versucht, die Dame über alle Kanäle zu erreichen, und vom Geld ist natürlich bis dato nichts zu sehen.

Da ist er wieder, der rote Faden … sogar enge Familienmitglieder lassen sich verleugnen. Wenn’s ums liebe Geld geht, hört eben jede Freundschaft und oft auch der Familienverbund auf. Uns scheint das Thema immer wieder zu begegnen. Vor nicht allzu langer Zeit war es noch der Grill, den wir verliehen und nie wieder zurückerhielten. Letztes Mal waren es die Hofbesitzer von unserem nicht gekauften Hof und dieses Mal … na ja, ihr lest es ja gerade selbst. Spannend oder nicht? Sind wir vielleicht doch zu gutmütig? Aber Hilfe ausschlagen, wenn man weiß, man kann helfen? Das fühlt sich für uns beide nicht gut an – das sind wir nicht. Und nein, wir helfen ganz sicher nicht, weil wir allen nur gefallen wollen. Wir helfen, weil wir eine Notwendigkeit erkennen.

Uns fehlt momentan trotzdem eine Menge Geld, das wir für den neuen Hof einsetzen wollten. Und die gute Dame macht sich einfach einen schlanken Fuß. Vor zwei Wochen mussten wir deswegen den Anwalt einschalten, denn wir müssen das Geld natürlich formell einfordern und wenn es sein muss, auch einklagen. Wir können und wollen sie nicht aus ihrer Verpflichtung entlassen. Übrig bleibt eine neue Erfahrung und die nächste bittere Erkenntnis, bloß niemanden zu glauben, wenn es um das liebe Geld geht. Man könnte darüber verbittern oder nur noch wütend sein. Aber würde sich daran dann etwas ändern? Nein! Also bleiben wir zuversichtlich und drehen solchen Begebenheiten den Rücken zu. Wir sind nicht der Auslöser, bzw. die Ursache. Wir müssen nur einmal mehr die Wirkung wegstecken. 😑

Dazu fällt mir etwas sehr Treffendes von Seneca aus den Abhandlungen „Über die Kürze des Lebens“ ein: „All jene, die dich zu sich rufen, zerren dich von dir selbst weg.“ Darüber ist es wert, noch einmal genauer nachzudenken, denke ich 😃.

Und ja, da sind ja auch noch unsere Veranstaltungen und Cateringaufträge, die wir parallel dazu noch haben. Und Quentin, unser Großer Schweizer Sennenhund, der bei uns als Welpe im Februar eingezogen ist und seitdem alles auf den Kopf stellt … Im nächsten Beitrag erzählen wir euch mehr davon und auch noch mehr von unserem neuen Hof.

Bleibt bis dahin gesund und zuversichtlich. Und bei Problemen, nehmt öfter einmal die Astronauten-Perspektive ein, um euch von der Verkopfung zu befreien. 😉