Mit ‘Kostüme’ getaggte Beiträge

An diesem Wochenende sind wir wieder doppelt unterwegs. Arnt und ich sind beim Festival Fantasia im Elbauenpark, Magdeburg, erstmalig mit unserem neuen Stand, vertreten. Und unsere Mitarbeiter sind auf einer Mittelalterveranstaltung in Rheine – gottlob, wie es sich recht schnell herausstellt!

Vorweg macht der Veranstalter aus Magdeburg ein Superhype aus der bevorstehenden Veranstaltung… es solle sich jeder farblich der Veranstaltung anpassen, Kühlanhänger müssen abgedeckt werden, am Besten gemäß der farblichen Abstimmung in grün und lila. Auch die marketingstrategischen Maßnahmen der Veranstalter sind im Vorfeld aufwändig und kostspielig. Der Informationsfluss ist fabelhaft. Wir haben letztendlich bestimmt 30 DIN-A-4-Seiten, gefüllt mit allen möglichen Informationen, auf dem Tisch liegen… nach den wesentlichen Infos, wie Anfahrt, Aufbau, Abbau, Öffnungszeiten usw. höre ich auf zu lesen, weil mir einfach die Zeit dazu fehlt. So bereiten wir uns zumindest mental auf ein tolles und umsatzreiches Wochenende mit vielen Besuchern vor.

Gottlob sind es nur zwei Tage – das Trauerspiel beginnt schon für viele Besucher vor den Toren des Geländes. Anderthalb Kilometer mit aufwändigen Kostümen benötigen sie, um zur Veranstaltung selbst zu kommen. Fotografen werden nur zugelassen, wenn sie zusätzlich zum Eintrittsgeld noch € 35,- auf den Tisch legen. Viele Fotografen drehen daher gleich an der Kasse wieder ab. So eine Veranstaltung lebt ausschließlich von Kostümträgern und Fotografen. Was man sich bei dieser Regel gedacht hat, kann ich daher nicht nachvollziehen.

Uns erreichen die ersten Meldungen schon ein paar Stunden später. Miri, die uns hilft und selbst aus der Szene Cosplay stammt, berichtet von ihren Freundinnen, die auf der Veranstaltung waren und völlig enttäuscht wieder abgezogen sind. Man muss als Besucher ein riesiges Gelände abgehen, um alles zu sehen. Für viele wurde dieser Umstand schon allein zur Tortur.

Am Anfang munkelte man davon, dass das Festival Fantasia in Richtung ELFIA gehen würde. Aber dem ist leider überhaupt nicht so! Allenfalls ist das Festival ein Mittelaltermarkt auf einem viel zu großen Gelände. Es kommt daher das gesamte Wochenende keinerlei Atmosphäre auf. In der Szene geht es wie ein Lauffeuer herum, nicht zur Veranstaltung zu kommen, weil es sich nicht lohnen würde. Miri bekommt die beiden Tage zig Meldungen auf ihr Handy geschickt.

Die Veranstaltungsflächen sind teilweise grauenvoll. Sogar auf einem Handballplatz werden Stände platziert. Auf einem anderen verwaisten Teil stehen Autos herum, die nun überhaupt nichts mit Fantasia zu tun haben und gar nicht ins Bild passen.

Einige Stände sind wirklich schön dekoriert und aufwändig gemacht… leider ist der Umstand nur bei vereinzelten Ständen vorhanden.

Die Bühne bleibt das gesamte Wochenende verwaist. Das Tagesprogramm im nervigen Singsanggedöns lädt auch nicht dazu ein – eher legt man sich dafür auf die Wiese und macht die Auge zu, um zu dösen. Und die Band am Abend, die mal ein wenig mehr powert, kann es dann auch nicht mehr retten.

Wir stehen neben der Bühne

Auch für uns lohnt es sich nicht. Aus einem 1-A-Standplatz wird ein Standplatz, weit ab vom Schuss. Nur wenige Besucher haben Lust, den weiten Weg über die Wiese anzutreten, um uns zu besuchen. Zumal wir in dieser Ecke mit drei einsamen Ständen stehen…

Vom Lauf, also Weg, fotografiert

Und Gott lob regnet es nicht so viel – sonst würden wir noch zusätzlich im Schlamm versinken und dann geht da keiner mehr über die Wiese. Wir stehen ausgerechnet am Kinderspielplatz. Zwischen verwaister Bühne und Kindergeschrei. Unser Produkt passt überhaupt nicht dazu, der Whiskystand neben uns noch weniger… Hier würde ich allenfalls eine Wurstbude hinstellen – das mögen Kinder immer. Daher macht Tobi vom Bratwerk, der einzige Wurststand gegenüber von uns, am Lauf gelegen, auch guten Umsatz. Alle anderen, auch die am Lauf stehen, drehen weitgehend Däumchen.

Wir halten uns an dem Wochenende penibel an die Dekorationswünsche des Veranstalters
Leider hat sich der ganze Aufriss nicht gelohnt

In Rheine, beim mittelalterlichen Salinenfest im Salinenpark, hingegen tobt der Mopp. Unsere Jungs haben alle Hände voll zu tun.

Direkt an der Saline stehen wir beim mittelalterlichen Salinenfest in Rheine

Und Rheine ist vom Gelände unschlagbar und wunderschön!

Wunderschön, der Salinenpark in Rheine
Salinenpark, Rheine
Salinenpark, Rheine

Das mittelalterliche Salinenfest in Rheine ist für uns an diesem Wochenende definitiv erfolgreich. Herzlichen Dank an alle Gäste und Besucher. Vielen Dank an den Veranstalter – tolle Organisation!

Für uns in Magdeburg steht fest, wir werden auch keinen zweiten Versuch starten. Das ist eine reine Kinderveranstaltung mit zig Kinderschminkbuden, die sich für uns und mit unserem Aufwand überhaupt nicht lohnt.

Und eins wird schnell in Magdeburg klar. Taxis scheint es nicht mehr zu geben. Schon gar nicht zu fortgeschrittener Stunde. Die Besucher haben daher echte Probleme, wegzukommen. Einen Shuttle-Service wird nicht angeboten und Bus und Bahn fahren nicht direkt in die Stadt, sie müssen sogar Umwege fahren, weil vieles durch Baustellen gesperrt ist. Keiner kann eine Auskunft geben, wie man vom Veranstaltungsgelände weg kommt. Mit Kostümen wird das daher zum einzigen Horror-Szenario. Auch wir laufen nach Veranstaltungsende 4,5 km, um in unsere Ferienwohnung zu kommen. Die Magdeburger selbst erzählen uns reihenweise, wie chaotisch die Taxisituation ist. Sie würden sich schon nicht mehr trauen, irgendwas zu trinken, denn man muss immer befürchten, kein Taxi zu bekommen.

Und wer mal in Magdeburg ist, bemüht euch gar nicht darum, ein Taxi bei der Taxigenossenschaft Magdeburg zu bekommen. Die sind so etwas von unfreundlich, überfordert und begriffsstutzig – es hagelt daher auch nur so negative Bewertungen.

Tja, das war’s wohl. Wir wünschen den Veranstaltern, die sich übrigens auf der Veranstaltung nicht bei uns vorgestellt haben, das Beste. Leider werden wir jedoch nicht mehr mit dabei sein.

Wenigstens war ein schöner Walking Act vertreten. Beim letzten Mal habe ich sie beim MPS gesehen.
Das Element dreht sich verzahnt in alle Himmelsrichtungen. Ich glaube, so etwas ähnliches ist auch bei unserem Stand fällig. 😉

 

Haarzuilens, Kasteel de Haar. ELFIA (Elf Fantasy Fair) in den Niederlanden, unweit von Utrecht gelegen, ist eine Veranstaltung der Superlative. Was da geboten wird, ist einfach atemberaubend. Und das ist nicht übertrieben. Elfia ist schließlich das größte Fantasy Festival Europas.
Es findet im Frühjahr in Haarzuilens und im Spätsommer in den Schlossgärten von Arcen (bei Venlo) statt.

castle_de_haar.jpg

Das Kostümfestival hat Tausende kostümierte Besucher und über 180 Acts zu bieten – hier kann man der Fantasie freien Lauf lassen. Aufwendig kostümiert als Filmhelden, Märchenfiguren, Larps, Steampunks, Cosplays , Bodypainter, Gothiks, Hogwarts und was weiß ich noch alles, schreiten sie 2 Tage lang durch den riesigen Park.

Sicherlich besitzen die meisten Besucher ein Faible für Kostüme und Fantasie, doch ebenso wird Elfia von vielen Familien besucht, die an den Tagen einfach in die  faszinierende Welt von Fabelwesen und Co. eintauchen wollen – und nicht nur für Kids ist das pure Attraktion, was da geboten wird.

P1050297_1.jpg

Die Ursprünge des Schlosses „Kasteel de Haar“ werden für die Mitte des 12. Jahrhunderts vermutet. Durch kriegerische Auseinandersetzungen brannte das Schloss nieder, aber wurde letztendlich, vermutlich Beginn des 16. Jahrhunderts, wieder neu aufgebaut. Ab 1641 verfällt das Schloss erneut. Der Wiederaufbau erfolgt in der Zeit 1892 und 1912  unter der Leitung der Architekten Cuypers.  Zwischen 2001 und 2010 wird Burg und Parkanlage durch die Unterstützung der Stiftung Kasteel de Haar restauriert. Man glaubt kaum, das die Burg, im weitgehend neugotischem Stil gehalten, über 200 Schlafzimmer und 30 Badezimmer verfügt. Von außen sieht sie irgendwie klein und niedlich aus… wie ein Puppenschloss.
Die Wenigsten wissen jedoch, dass diese Burg nicht nur als Baudenkmal anerkannt ist, sondern auch als Industriedenkmal. Denn in ihr wurde ein Generator zur Erzeugung von elektrischen Strom, ein Lift und eine mit Dampf betriebene Zentralheizung eingebaut. Man höre und staune… was es so alles gibt.

castle_de_haar2.jpg

Teile der Parkanlage sollen an die Gärten von Versailles erinnern. Um den Landschaftspark anzulegen, ist sogar die ursprüngliche Ortschaft Haarzuilens genutzt worden. Die Bewohner mussten weichen und in ein neues, etwa ein Kilometer entferntes  Dorf umsiedeln. Auch dieses Dorf wurde von den Architekten Cuypers entworfen – kleine, verträumte Häuser im ländlich-historischem Stil. Richtig niedlich, das muss man ebenso gesehen haben.

Grill.jpg

Wir bieten an dem Wochenende unsere „Sau vom Spieß“ im Brötchen und auf dem Teller  an und ärgern uns fast schon darüber, dass wir bei den Temperaturen dazu warmes  Sauerkraut servieren, anstatt unseren frischen, kühlen Krautsalat.
Das Thermometer zeigt nämlich sage und schreibe 28 Grad an. Damit hatten wir nicht gerechnet.

vermerkt

Gottlob ist der Park durchzogen mit großen und schattenspendenden Bäumen (6000 große Bäume sollen es sein), sodass Besucher und Kostümträger nicht in der prallen Sonne verweilen müssen. Unter so einem Kostüm bei den Temperaturen schwitzt man nämlich mächtig und es kann darunter für den Träger durchaus sehr unangenehm werden.

P1050307_1.jpg

Wir sprechen da aus eigener Erfahrung, denn auch in unserer Familie werden aufwändige Kostüme gebaut. Miriam (www.cosimage.de) ist mit eigenem Kostüm angereist und ich habe alle Hände voll zu tun, um ihr beim ankleiden und auskleiden zu helfen. Miriam ist nicht nur einmal darüber froh, dass ich ihr aus dem Kostüm helfe – so warm wird es darin… Die Kulisse Kasteel de Haar bietet uns an den zwei Tagen die besten Voraussetzungen für tolle Bilder mit Kostüm, hier könnt ihr eine Menge davon sehen.

Abends kühlt es gut ab und der Appetit der Gäste ist groß. Am Samstag endet die Veranstaltung mit einer riesigen Lasershow. Auf meiner kleinen Kamera bekomme ich die Eindrücke nur schwer festgehalten, sodass ich zum größten Teil einfach nur den tanzenden Laserfiguren am Himmel zuschaue.

 

P1050278_1.jpg

Ob verkleidet oder nicht; jeder genießt an den zwei Tagen, die unzähligen und aufwendig gestalteten Kostüme zu bestaunen. Während der Kostüm-Parade, die an beiden Tagen stattfindet, präsentieren Besucher ihre kunst- und fantasievollen Kreationen.

P1050333.jpg

costumeparade.jpg

Ganz ehrlich? Man muss Elf Fantasy Fair (ELFIA) einfach erleben. Weitere Informationen und Tickets findet ihr auf www.elfia.com
Adresse vom Kasteel de Haar:
Kasteellaan 1, 3455 RR Haarzuilens (NL)

 

Übrigens kann man auch einen schönen Wochenendurlaub daraus gestalten. Die Unterkünfte, rund um Haarzuliens sind vielfältig und ebenso aussergewöhnlich. Zum Beispiel kann ich diesbezüglich nur die Loosdrechtse Plassen in Breukelen empfehlen. Viele  niedliche Häuser liegen da direkt am Wasser. Aber schaut selbst mal, echt empfehlenswert!

IMG_1305_1.jpg

 

MerkenMerken

Frau Antje lässt an diesem Wochenende ganz sicher nicht grüßen und wenn dann nur in Form von Kostüm und Fantasy. Das Elf Fantasy Fair, kurz Elfia genannt, ist Europas größtes Fantasy Spektakel und findet zweimal im Jahr an unterschiedlichen Standorten statt. Immer um den April herum findet es am Schloss de Haar in Utrecht und im September auf Schloss Arcen, 10 km nördlich von Venlo in Holland statt.

Beide Location sind traumhaft schön – eine haben wir an diesem Wochenende leibhaftig kennen gelernt – auf Schloss de Haar. Schaut euch mal die Bilder mal auf der Website von Elfia dazu an, dann wisst ihr, was ich meine. Die Parkanlage allein… ein Traum!

Für ausreichend Parkplätze ist gesorgt – daher bleiben uns lange Fußmärsche und Stress gottlob erspart. Gerade bei den aufwändig gestalteten und empfindlichen Kostümen ist es von Vorteil, dass man nicht noch lange durch die Pampas eiern muss, um an das Veranstaltungsgelände zu kommen.

Und was uns sofort aufgefallen ist – die ausreichende Anzahl von Toiletten – wenig Wartezeit! Und alle Toiletten sauber und sogar Dixi-Toiletten werden geputzt… welch ein Fest als Frau!

Schaut mal, das ist mal ein Toilettenwagen, super schön auch von innen.

Die Auswahl an Klamottenständen ist riesig und wer hier nicht fündig wird, muss Tomaten auf den Augen haben oder das Kostüm versperrt die Sicht ;-).

Dem leiblichen Wohl gerecht zu werden ist ebenfalls kein Problem. Neben unserer „Sau vom Spieß“ ist das Angebot ausgewogen, interessant und nicht alltäglich und in jeder Ecke sind irgendwelche Leckereien zu finden. Das ist auch notwendig, denn das Gelände ist riesig, die Verkaufsstände vielzählig und der Park lädt regelrecht zum Schlendern und Verweilen ein – bevor man sich versieht, befindet man sich am anderen Ende des weitläufigen Parks… es wäre ja geradezu ein Unding dabei quasi verhungern zu müssen 😉 oder nicht?

Das Wetter ist traumhaft und angenehm warm. An diesem Wochenende stimmt einfach alles für Paradiesvögel der besonderen Art. Die Kostüme sind durchweg unbeschreiblich aufwändig gestaltet, unheimlich anmutig, wunderschön und bizarr – ein einmaliges Erlebnis, dass sich keiner entgehen lassen kann und für die Zukunft auch nicht entgehen lassen darf.

Für uns war es mit Sau vom Spieß genau das Publikum, dass wir lieben. Unsere Gäste mussten jedoch weit für uns laufen. Auch unsere Stammgäste hatten alle Mühe, uns überhaupt zu finden… Aber toll, dass ihr uns überhaupt bis nach Utrecht gefolgt seid!!

Bevor ich euch noch weiter zutexte, folgen nun die Bilder…