Mit ‘Schweine’ getaggte Beiträge

In der Zeit, in der wir nicht unterwegs sind und quasi Pause haben, erledigen wir all die Aufgaben, für die wir in der Saison nicht die Zeit und Ruhe haben.

Auch in dieser Woche ist es spannend, denn wir besuchen Gabriele Mörixmann und ihre Schweine. Aufmerksam auf sie sind wir dadurch geworden, dass sie das Tierwohl der Schweine  bei der eigenen Haltung in den Mittelpunkt setzt.

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Aktivstall

Vorbildlich hält sie nämlich ihre Schweine im Aktivstall. Und wie das geht, davon erzähle ich euch jetzt.

Mit der Aktivstall-Haltung grenzt sich Frau Mörixmann ganz klar von konventionellen Schweinemastbetrieben ab.

Es ist beeindruckend, was wir zu Gesicht bekommen! In einem Teil des Außenbereiches sehen wir schon die Schweine herumtollen, als wir ankommen.

Doch, um die Stallungen zu betreten, müssen wir zunächst unsere Schutzanzüge anziehen. Damit wird vermieden, Krankheitserreger in die Ställe einzuschleppen.

Die Schweine von Frau Mörixmann haben es, im Vergleich zur konventionellen Tierhaltung, echt gut. Die Tiere können zwischen verschiedenen Stallbereichen und den Außenbereichen frei wählen. Der Bandbreite von unterschiedlichen Angeboten ist zu verdanken, dass es ihren Schweinen nicht langweilig wird. Neben dem Fressbereich mit Raufutterangebot, gibt es die Bereiche mit Lecksteinen und Beckentränken, das sogenannte Bällebad sowie Duschen und viel Stroh um herumzutoben, zu wühlen und zu liegen. Allerlei Spielzeug runden das vielfältige Angebot der Schweine ab. Die Stallbereiche sind hell und sauber und in den dunkleren Bereichen, können sich die Schweine, ungestört ausruhen.

Schweine riechen angenehm

Ich bin schon durch so manchen Schweinestall gegangen – der Gestank war durchweg abartig, sodass ich immer schnell zugesehen habe, da raus zu kommen!

Bei Gabriele Mörixmann hingegen riecht es sehr angenehm nach Schwein. Wir können  in Ruhe durch die einzelnen Ställe schlendern, um uns die Behausung der Schweine anzuschauen. Da ist kein Schwein kotverschmiert oder unsauber, das könnt ihr mir glauben!

Witzig ist auch, dass ich schon lange nicht mehr herumtobende Schweine gesehen habe…

So verweile ich lange im großen Strohbereich, um sie bei ihrer Ausgelassenheit zu beobachten. Die können mächtig Gas geben 😉 das wird mir in diesem Moment bewusst. Neugierig laufen sie zu uns und schauen uns an. Von Frau Mörixmann holen sie sich ihre notwendige Streicheleinheiten ab, um im nächsten Moment wieder zu den anderen herumtollenden Schweinen zurück zu sausen.

In diesem Clip könnte ihr ihnen selbst beim Spielen zusehen.

Tierwohl

Gabriele Mörixmann liegt in allererster Linie das Tierwohl ihrer Schweine am Herzen. Hinzu kommt die Transparenz ihrer Arbeit. Jeder kann ihre Schweine besuchen und sich anschauen, wie sie gehalten werden. Geduldig beantwortet sie alle Fragen rund um das Thema Schwein. Wer mehr darüber erfahren möchte, schaut sich am besten ihren Internetauftritt an oder besucht sie doch mal auf Facebook.

Warum wir Frau Mörixmann besucht haben?

Für uns ist der Mittelweg, zwischen konventioneller Haltung und Biohaltung, genau der richtige Schritt, um dem Tier gerecht zu bleiben. Außerdem ist das Fleisch qualitativ hochwertig. Zudem halten wir unsere „Sau vom Spieß“ in einem preislichen Rahmen, der hierbei nicht ins uferloser geht. Mit reinen Bioschweinen würde uns das nicht gelingen! Damit würden sich die Kosten einer Portion „Sau vom Spieß“ im Bereich von guten 9 Euro bewegen. Das bezahlt kein Festivalbesucher und schlussendlich können wir einen so hohen Preis keinem Gast zumuten.

Wir forcieren ganz klar das Tierwohl, um die Gewissheit zu haben, dass es den Schweinen wenigstens in ihrem kurzen Leben gut geht. Aber auch, um die sehr gute Fleischqualität für unsere Gäste zu gewährleisten.

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Viele bleiben zunächst Fleischesser

Ja, ich höre euch schon schreien… das arme Tier – es wird nur als Produkt gesehen. Ich bin selbst 15 Jahre lang Vegetarier gewesen, ich weiß, wovon ich spreche. Auch mir gehen bis heute die grausamen Haltungsbedingungen gegen den Strich, wenn ich an Massentierhaltung denke. Und ich habe Schweine auf dem Transportweg zum Schlachter schon weinen sehen…

Und genau aus diesem Grund handeln wir anders!

Fakt ist, viele Menschen essen Fleisch und wollen nicht zum Vegetarier oder Veganer werden. Da könnt ihr auf die Palme gehen, wie ihr wollt. Erstens bringt das kontraproduktive Gezeter nichts, es stößt nur ab und überzeugt Niemanden vom Gegenteil. Und zweitens, würde das auch nicht über Nacht passieren – es wird daher noch viele Jahre der Überzeugung benötigen, bis ein wirkliches Umdenken stattfinden wird.

Aber was unternehmen wir das dahin? Na- eine Lösung parat? Ignorieren, weiter herumzetern ohne Sinn und Verstand? Oder eine Lösung finden, um beiden gerecht zu werden. Nämlich dem Verbraucher, der es liebt, das Fleisch zu genießen und dem Tier, das sich wenigstens bis zu seinem Tod wohl fühlen möchte.

Das Tierwohl der Schweine steht daher in unserem Fokus. Wir wollen dem Lebewesen Schwein so gerecht werden, wie es geht. Das Tier soll artgerecht leben dürfen! Und dazu braucht es gutes Futter, Abwechslung und Auslauf und eine Frau Mörixmann 😉

Kein Fleisch aus dem Supermarkt

Kurze Transportwege garantieren, das Schweine keine Angst haben müssen und jeglicher Stress erst gar nicht entsteht. Übrigens, wenn wir an das Endprodukt denken, ist anzumerken, dass Stressfleisch von minderer Qualität ist und überhaupt nicht schmeckt! Deshalb verzichten wir im privaten Bereich auch auf Billigfleisch aus dem Supermarkt. Bei den Preisen kann man sich lebhaft vorstellen, wo die Schweine herkommen. Da weiß ich im Ansatz, das dem Tierwohl überhaupt nicht entsprochen wird und auch der Schlachtprozess entsprechend ist.

Und ja, irgendwann steht die Sau in der Schlachterei, um geschlachtet zu werden. Viele wollen sich ab diesem Zeitpunkt nicht mehr unbedingt damit auseinander setzen. Ihnen reicht das Endprodukt und das ist gut so. Denn wir als sau-saugut verlassen unsere Komfortzone, indem wir vorweg die Verantwortung für alles, was im Hintergrund läuft, übernehmen.

Der Schlachthof muss ebenfalls stimmen

Das heißt auch, dass der Schlachtbetrieb gut arbeitet und der Schlachtvorgang sauber und human vollzogen wird. Es gibt genügend Schlachtbetriebe, die im Akkord schlachten und zerlegen. Um als Arbeitnehmer genügend Geld zu verdienen, muss man so viel wie möglich verarbeiten. Was durch Unachtsamkeit und Oberflächlichkeit dabei passieren kann, muss ich nicht weiter erklären, oder?

In unserem Fall arbeiten wir seit Anbeginn mit einer sehr kleinen Schlachterei zusammen, die nur wenige Schweine in der Woche schlachten. Die Schlachterei arbeitet nicht im Akkord. Es arbeiten nur Festangestellte im Betrieb, die einen vernünftigen Lohn erhalten. Ich will den Prozess der Schlachtung jetzt nicht unnötig erörtern. Wichtig ist, dass auch in der Schlachterei das Tierwohl an höchster Stelle steht und das tut es in unserem Fall.

Morgen werden wir uns einen weiteren Schlachtbetrieb in Norddeutschland anschauen. Dieser arbeitet eng mit Frau Mörixmann zusammen. Er entspricht ebenfalls unseren Vorstellungen Tierwohl. Danach treffen wir unsere Entscheidung. Diese hängt , neben der preislichen Vorstellungen, maßgeblich davon ab, dass die Kette vom Hof über Haltung bis zur Schlachtung stimmig ist. Wir werden darüber berichten.

Fortsetzung folgt…