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Nun hat all die Spekulation ein Ende. Der Grund, den wir vermutet hatten, stimmt also tatsächlich: Geldgier & Spekulationswahnsinn. Unser alter Hof steht bereits zum Verkauf im Netz und wird für über 600.000 Euro angeboten. Na dann mal viel Spaß mit dem Verkehr vor der Tür, den nassen Wänden und den maroden Nebengebäuden, inklusiv massiv vielen Mäusen und anderem Getier.
Arnts Schwester ist auf Nimmerwiedersehen verschwunden – gemeldet hat sie sich bei uns auch nicht mehr und die gesamte Familie weiß nichts. Dramatisch, wie Menschen plötzlich nicht mehr das sind, was sie mal waren. Insbesondere, welche Werte und Ideale mit einem Fingerschnipp zerstört sind. Das, was ihr immer besonders wichtig war… alles ist mit einem Schlag einfach weg. Ihre Schulden bei uns, sie bleiben …
Vattern Schnicker reibt sich an unserer alten Adresse auf, die noch überall vermerkt ist. Herrschaftszeiten, jetzt wird aber mal eine Nachtschicht eingelegt 😉 Gut Ding will Weile haben.
Die Papageien von Arnts Tochter bekommen nie Junge – all ihre Zuchtträume sind damit zerschlagen. Na dann muss wohl auf den nächsten Geier gesetzt werden, vielleicht klappt es ja dann damit.
Wir ersticken weiterhin in Arbeit – also ganz der normale Wahnsinn und ansonsten ist alles wie immer.
Nein, zwei außerordentlich schöne Begebenheiten sind auch passiert. Arnts Tochter Vivian hat uns tatkräftig bei einem Catering unterstützt und Birgit (Mama von Vivi und Miri) hat uns gemeinsam mit Vivian und Steffen auf dem Elfia besucht. Wir hatten uns schon sehr lange nicht mehr gesehen und das Wiedersehen war daher erstens ohnehin mal endlich fällig 😉 und zweitens hat uns das Wiedersehen mega gefreut.
Und unser Großer Schweizer Sennenhund … der ist nun ausgewachsen und hüpft fröhlich vergnügt herum. Manchmal nehme ich den Lufthauch um mich herum wahr und weiß damit, wie hoch der gesprungen ist – der Idiot.
Auf dem ersten Bild ist er noch klein. Auf dem zweiten hingegen schon groß 🙂
Heute war das mal ganz kurz und schmerzlos. Übrigens, wir fühlen uns in unserem neuen Zuhause echt wohl. Wir dürfen nur die ganze Arbeit, die noch auf uns wartet, nicht immer die Beachtung schenken. Manchmal muss man einfach mal loslassen dürfen.
Update! Wir werden die Vornamen von den Hofbesitzern unkenntlicher gestalten, indem wir nur noch von S. und J. aus W. berichten.
Es gibt doch noch einen dritten Teil, es beschäftigt mich einfach noch zu sehr.
Nun ist es vollbracht. Heute geben wir den Hof an die Altbesitzer zurück. Sie erscheinen mit Rechtsanwalt … lächerlich, sie fotografieren jeden Nagel … Was meinen die eigentlich, wie wir den Hof verlassen würden? Oder wovor haben die Angst? Ob sie ein schlechtes Gewissen haben, weil sie unsere Heimat und unseren Traum zerstört haben? Oder wollen sie einfach nur auf die Kacke hauen und erhoffen sich womöglich, uns noch richtig viel Geld aus der Tasche ziehen zu können? Letzteres vermuten wir alle. Wir haben noch einmal alles gestrichen, denn wir geben „unseren“ Hof so zurück, wie wir ihn bekommen haben.
Ich weiß nicht was aus „unserem“ Hof 😢 werden wird. Vielleicht wird er abgerissen … oder es ziehen andere Menschen mit Träume ein, vielleicht auch überhebliche und abgestumpfte Snobs … ich kann nur wünschen, dass der Hof von normalen Menschen bezogen wird, die es zu schätzen wissen, was dieser Hof zu bieten hat. Unsere Nachbarschaft hat auf jedem Fall liebenswerte Menschen verdient. Das sind durchweg so herzliche und liebe Menschen – alle durch die Bank. 💖 Wir werden euch vermissen …
Wir haben viel erlebt auf diesem Hof – auch Corona mit seinen Schattenseiten. Aber wir lernten auch viele Leute kennen, als wir den Popup-BBQ-Hof wegen Corona betreiben mussten. Zurückblickend verbrachten wir eine wunderschöne Zeit auf diesem Hof. Mit der Unterschrift zum Vorvertrag erfüllte sich ein lange gehegter Traum von uns: in den Norden ziehen zu wollen. Wir haben es bis jetzt nicht bereut, diesen Schritt mit allen Konsequenzen gegangen zu sein.
Ja, es ist uns jetzt schwergefallen, loszulassen. Wir mussten uns immer wieder die Vorteile, die ein Nichtkauf mit sich bringt, vor Augen führen, um nicht todtraurig über den Zwangsverlust zu werden. Und mitten in der Saison nicht nur privat, sondern auch mit der Firma umziehen zu müssen, das hat uns einiges abverlangt und extrem viel Geld gekostet. Denn auch unser neuer Hof musste von Grund auf renoviert werden. 80 % leisteten wir in Eigenleistung, denn auf Handwerker wollten und konnten wir uns doch nicht verlassen. Dieter, der Vorbesitzer, hat noch zusätzlich für Verzögerung gesorgt und wir konnten nicht, wie planmäßig, in einer ruhigeren Zeit umziehen. Dieter hat trotzdem alles gegeben, damit wir einziehen konnten. Was für ein Chaos, bis wir alles unter Dach und Fach hatten.
Doch unser neuer Hof gibt alles … um uns zu gefallen. Der Garten ist im Sommer echt schön geworden … und was habe ich am Anfang darüber geschimpft. Im Haus ist alles super gemütlich geworden. Wir können den Hof immer mehr annehmen und so langsam aber sicher verspüren wir Heimat, wenn wir auf unser Gelände auffahren.
Und jetzt mal ganz ehrlich. Unser alter Hof war zwar schön … zumindest das Haus, aber alle Stallungen sind runter, verfallen langsam und überall dringt Wasser ein – auch im Haupthaus. Ich habe jetzt erst noch neue Stellen gefunden, wo das Mauerwerk nass ist.
Überall diese Risse, von der Decke bis zum Boden. Draußen dieser Schlamm … und die Wiese im Garten ist seit Jahren vollgesogen mit Wasser, unser Keller unter der Scheune steht ständig unter Wasser. Und dann der massive Straßenverkehr auf der Westerstederstraße – der hat extrem zugenommen und man fühlt sich sogar sonntags wie auf der Autobahn. Es ist kaum noch zum Aushalten. Und die Motorradfahrer nutzen die Straße als Rennstrecke und drehen noch mal so richtig auf, wenn sie an unserer Hausnummer 20 vorbeisausen.
Nein, es reicht. Wir sind mittlerweile beide froh, dass wir dieses Haus hinter uns lassen. Wir tun das Richtige. Hätten wir es gekauft, dann wäre viel Geld geflossen, nur weil man in Bad Zwischenahn gekauft hat. Überall anders sind die Preise bei weitem nicht so überkandidelt. Zumal der Besitzer uns mit dem Haus acht Jahre lang völlig allein gelassen hat. An nichts hat er sich beteiligt. So ist alles mehr und mehr gealtert und wir durften dabei zuschauen. Und gut, dass wir nicht nervös geworden sind und selbst Hand angelegt und investiert haben. Darauf haben die nur gewartet. Wir machen alles schick und dann springen die kurz vor dem Lokus vom Kaufvertrag ab und bieten es überteuert auf dem Markt an … nix da!
Wir haben alles richtig gemacht – wir hatten den richtigen Riecher. Und wieder bewahrheitet sich der Satz, dass für eine Tür, die sich schließt, andere aufgehen. Und ja, so ist es: In allem Negativen verbirgt sich auch etwas Gutes. Ich bin, bzw. wir sind uns inzwischen sicher, für uns ist das so, wie es ist, viel besser.
Lange Rede, kurzer Sinn: Adieu, Westersteder Straße 20 in Bad Zwischenahn. Es war zwar schön mit dir, aber nun wollen wir zur Ruhe kommen und uns nicht länger mit solchen abgehobenen, geldgierigen und vielleicht auch verbitterten Menschen abgeben.
Jetzt leben wir auf UNSEREM Hof und wenn wir hier die Haus- oder Dielentür öffnen, dann hören wir allenfalls zwitschernde Vögel, muhende Kühe und bellende Hunde und nur gelegentlich ein Auto. Hier werden wir endgültig alt werden. Und unsere Freunde aus Bad Zwischenahn, die bleiben uns weiterhin treu – die kommen uns allesamt in unserer neuen Heimat besuchen.
☝️Liebe neue Nachbarschaft: Wir hörten ja bereits von einigen von euch, dass ihr uns bereits im Netz aufgespürt habt und mitlest. Mal für alle anderen Lesenden: Als wir in Wacken mit vier Verkaufsständen vertreten waren, kamen Leute auf uns zu und stellten sich als neue Nachbarschaft vor. Irre oder nicht?
Aber zurück zu unserer Nachbarschaft: Wir melden uns kurzfristig bei euch, um uns endlich einmal bei euch vorzustellen. Jetzt werden wir endlich Zeit finden und wir sind schon sehr gespannt auf euch alle.