Archiv für Januar, 2018

Wir befinden uns mitten in unserer Erholungsphase und es tut gut, einfach mal los zu lassen. Bei uns im Norden sind die Tage meist verregnet, doch wir nutzen die regenfreie Zeit, um durch die Wälder und Landschaften zu streifen.

An der Küste waren wir schon…

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Dann haben wir den Storch besucht… vielmehr er hat uns zugelassen 😉

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Auch sind wir zum Zwischenahner Meer gewandert…

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Und wir sind bei Klinkel’s schön Essen gewesen…

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Und gestern waren wir im Wald, um uns eine passende Birke für das Maibaumaufstellen auszusuchen.

Birken

Wir sind in diesem Jahr dran und das muss ja schließlich alles gut vorbereitet sein. 😉 Von unseren Nachbarn, Dieter und Hilge, bekommen wir den Tipp, wo wir am besten im Wald suchen sollen. Wir werden sofort fündig.

Unseren erfolgreichen Tag lassen wir, gemütlich vor dem Kamin, bei einer Tasse Tee ausklingen.

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Nun werden wir uns auf das Winterfest in Sankt Andreasberg (Harz) vorbereiten und unsere Sachen dazu packen. Das wird spannend werden, denn wir sind das erste Mal im Harz und es soll zum Wochenende eine Menge Schnee fallen. Wir bieten zum Winterfest unsere Sau vom Spieß sowie unseren legendären Grünkohl an.

Wir berichten davon, wenn wir zurück sind.

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Eine weitere Enttäuschung – „Wiesel“

Eigentlich pflegen wir seit vielen Jahren eine herzliche Beziehung zu Wiesel. Er hilft uns und wir helfen ihm. Von welchen Heldengeschichten er mir alles erzählt hat. Scheinbar hatte er es nicht einfach in seinem Leben. Naja, zurück zur Gegenwart, irgendwann zeichnet es sich ab, dass er sich mit seinem Arbeitgeber überwirft und bei uns anfangen will.

Ich denke noch… Mensch, das ist doch nichts für dich. Hier muss richtig geklotzt werden, die Temperaturen sind im Sommer mit dem Feuer kaum zu ertragen und der Stress ist immens hoch.

Er war in der Vergangenheit schon recht krank, diverse Schlaganfälle durchkreuzten sein Leben. Aber eigentlich ich will ihn nicht hängen lassen…

Mein Göttergatte und ich überlegen hin- und her und beschließen letztendlich, ihn einzustellen. Geleitet werden wir von der Tatsache, dass Wiesel als Veranstaltungshelfer einiges an Erfahrung mitbringt und wir davon sicherlich profitieren können.  Wir hoffen insgeheim, dass er wieder vernünftig wird und zurück zu seinem ehemaligen Arbeitgeber geht. Schließlich hatte er es da nun wirklich nicht schlecht, die Arbeitsstelle passte haargenau auf seine Fähigkeiten.

Das Drumherumplanen beginnt für uns sofort

Wiesel möchte, wenn es geht,  mit seinem Wohnmobil zu den einzelnen Veranstaltungen fahren. Wir müssen daher organisieren, wie er auch unsere Fahrzeuge zu den jeweiligen Veranstaltungen fährt. Wir geben Unmengen Geld für unsinnige Hin- und Zurückfahrten aus, damit er letzten Endes in seinem Wohnmobil auf den Veranstaltungen schlafen kann. Seine eigenen Worte diesbezüglich: Er lebe ja zurückgezogen und möchte daher vermeiden, mit anderen in einem Zimmer zu schlafen. Tolle Wurst – auch dieser Umstand soll uns noch eine Menge unseres hart verdienten Geldes kosten.

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Derweilen, auf unserem Hof, insbesondere in unserer Werkstatt

Nach kürzester Zeit entsteht ein wüstes Durcheinander der Extraklasse. Und als er unseren Strom mit FI’s absichern muss, bricht bei uns in Sekunden eine monstermäßige, intergalaktische Unordnung von heraushängenden, blanken und stromführenden Kabeln, herausgeschraubten Schaltern und abmontierten Sicherungskästen, aus. Als wir ihn darauf ansprechen, bekommen wir von ihm die einzig logisch Antwort: Oh, das habe ich offensichtlich vergessen. Und ich kann mich noch so genau an seine Worte erinnern: Hier werden wir für Ordnung sorgen, das alles sortiere ich, sodass man nicht ständig suchen muss! HAHAHA!

Ich erinnere mich augenblicklich an eine Psychologin, die für schlechte Laune ein Geheimrezept parat hat: 20 Sekunden lang einfach krampfhaft grinsen. Das setze ich, zur Verwunderung meines Göttergatten, sofort um, als ich das Chaos zu Gesicht bekomme. Was grinst du denn so blöd?, fragt mich daraufhin mein Mann. Ich beende mein Vorhaben nach einer halben Stunde mit Gesichtskrampf – meine erhoffte Wirkung stellt sich nicht ein. Ich verspüre indes einen überschwänglichen Wunsch, wieder ins Bett zu gehen.

Tage später, steht Wiesel stolz vor uns, um uns zu verkünden, dass er unsere Ersatzmotoren überarbeitet hat. Jetzt müssen wir ihn loben, oder nicht? Gut, wir loben ihn also überschwänglich und freuen uns darüber… wundern uns jedoch im nächsten Moment, wie er das in der Zeit schaffen konnte. Schließlich musste ja der LKW aufgeladen werden. Zuversichtlich, dass das alles erledigt ist und wir nun Essen gehen können, machen wir uns freudestrahlend auf dem Weg zu unserem LKW.

Wir trauen unseren Augen nicht, als wir zum LKW kommen. Denn unser Vorarbeiter rackert sich immer noch ab (17:30 Uhr zeigt die Uhr), um den LKW zu beladen. NE JETZT – ODER?

Unser Unverständnis macht sich prompt in Form von fiesem Ganzkörperausschlag bemerkbar.

Geplant war das doch aber ganz anders… denken wir hilflos und wissen nicht, ob wir nun heulen oder Wiesel gleich rausschmeißen sollen.

Lange Rede, kurzer Sinn: BEIDE sollten den LKW schon längst beladen haben!

Als wir Wiesel daraufhin (leider zu freundlich) zur Rede stellen, präsentiert er uns SEINE ultimative und 1000fach widerkehrende Körperhaltung: Schulterzucken!
Und seine ultimative und 1000fach wiederkehrende Antwortet: „Hab ich doch nicht gewusst…“

Wir schweigen betroffen… Eigentlich bleibt uns aufgrund seiner Antwort einfach nur die Luft weg und wir drohen jeden Moment zu ersticken.

Wie, er hat das nicht gewusst? schwirrte es mir durch den Kopf.

So etwas sieht man doch! Wenn mein Arbeitskollege arbeitet, ja in diesem Fall den LKW auflädt, dann frag ich doch mal nach, ob ich helfen kann, oder nicht? Zumal wir vorher Beiden ausdrücklich gesagt haben, dass sie doch bitte den LKW aufladen sollen.

ICH GLAUB, ICH DREH GLEICH DURCH!

Das Thema ist für uns nicht vom Tisch, aber die Sache ist nun mal gelaufen. Ändern können wir es eh nicht mehr. Wir investieren also weitere Stunden, um den LKW gemeinsam aufzuladen. Selbstverständlich hat sich Wiesel die Stunden bezahlen lassen. Und wir fallen abgekämpft und ohne Essen nur noch ins Bett.

Als wir am letzten Tag auf einer unserer Veranstaltungen dazukommen, steht Wiesel entspannt angelehnt und rauchend, ohne Arbeitskleidung, neben unserem Stand und lässt unsere beiden anderen Mitarbeiter bei sengender Hitze arbeiten. Mir zeigt er gleich stolz unsere blitzblank geputze Leiter. Wofür in aller Herrgotts Namen putzt der ne Leiter, hat der nichts Wichtigeres zu tun? Ich quetsche mir ein Lächeln heraus und lobe ihn auch noch dafür, nur um die Stimmung nicht kippen zu lassen.

Im Vorbereitungszelt geht es indes drunter und drüber… zuhauf liegen Wiesels leere Wasserflaschen herum und von Ordnung ist weit und breit nichts zu sehen.

Mit selten dämlichen Ausreden wird dieses Chaos erklärt… warum nicht und weshalb da oder jenes anders ist als sonst… Ich gebe mir Mühe, nicht aus der Haut zu fahren und lege die Angelegenheit erst einmal an acta, um nicht schlagartig auszurasten. Wir müssen weiter zu einem anderen Termin – so lassen wir unsere Mitarbeiter abbauen und den LKW aufladen.

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Schlagartig 1000 Jahre älter geworden

Als wir zu Hause sind und den LKW öffnen, befällt uns schlagartig das Methusalem-Syndrome – als wäre das Leben nicht schon kurz genug, fühlen wir uns um 1000 Jahre älter.

Eigentlich hätte ich ein Bild davon machen müssen. Der LKW ist ohne Sinn und Verstand beladen, sodass uns unser fest installiertes Regal, komplett verzogen, entgegenfällt und die gesamte Ladung ramponiert und zerkratzt ist.

Ich muss, den im Gesicht bereits rot angelaufenen Göttergatten, beruhigen – mir fallen, rein zum Selbstschutz, alle möglichen Argumente ein. Insbesondere, dass Wiesel ja nicht mehr so belastbar ist und es ja schließlich jeder von unseren drei Mitarbeitern gewesen sein könnte.

Natürlich hat er mit seinem Argument, das Wiesel langjährige Erfahrungen auf dem Gebiet aufweist, Recht. Aber ich beruhige ihn, damit das ganze Dilemma nun nicht noch hochkocht und für uns zur seelischen Belastung wird.

Später erfahren wir, dass wir mit unseren Vermutungen doch Recht hatten, Wiesel hatte größtenteils aufgeladen.

Das gleiche Spiel wiederholt sich, als wir den Leihkühlanhänger öffnen. Die Seitenwände zerkratzt, nichts eingepackt und unserer Ausrüstung liegt ungeschützt im gesamten Hänger verteilt. Wir schauen dem Chaos direkt ins Antlitz.

Verzweiflung macht sich breit

Wenige Veranstaltung später sitzen mein Mann und ich verzweifelt auf dem Sofa und wissen nicht mehr, was wir noch machen sollen. Die Belastung für uns hat inzwischen gewaltige Ausmaße angenommen. Jeden Handgriff unserer Mitarbeiter müssen wir genau beobachten. Wir können Niemanden unbeaufsichtigt arbeiten lassen… es ist zum heulen!

Auf einer Veranstaltung in Norddeutschland ist auch Wiesel vertreten. Personell, wie im ersten Artikel bereits erwähnt, geht es drunter und drüber.

Gottlob, Wiesel funktioniert! Unser Leihkoch, mit langjähriger Erfahrung bezüglich Veranstaltungen, gibt den Ton an und Wiesel folgt seinen Anweisungen auf Schritt und Tritt. Ich fühle mich mit den Beiden ganz wohl, offensichtlich sind sie in diesem Moment die einzig Vernünftigen. Ich bin sogar erleichtert, dass Wiesel da ist. Er kann als Einziger unseren LKW fahren – dadurch entlastet er uns ein ganzes Stück.

An der Front allerdings ist er nur suboptimal einsetzbar. Er hat, nach eigener Aussage, Probleme an der Kasse. So planen wir alles so, das es irgendwie passt. Die restliche Mannschaft, auch Geist, der zu diesem Zeitpunkt noch bei uns ist, spielen verrückt (in meinem ersten Artikel berichtete ich davon). Nach zehn Tagen sind wir reif für die Klappsmühle und wissen nicht, wie wir das Jahr überstehen sollen.

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Schlammschlacht

Wiesel fährt, zusammen mit unserem Vorarbeiter, mit seinem Wohnmobil und unserem Leihanhänger zurück nach Hause. Der Anhänger muss abgeladen werden. Der Hänger  muss pünktlich wieder abgegeben werden.

Wir sind mit LKW sowie einem weiteren Fahrzeug ebenfalls auf dem Rückweg. Ich bin zuerst zu Hause und mich trifft der Schlag, als ich auf unseren Hof fahre.

Wiesel steht mit samt Leihanhänger im knietiefen Schlamm. Ich spreche ihn darauf an und er erklärt mir, dass mein Göttergatte doch auch immer diese Einfahrt (wir haben zwei davon) nutzen würde. IST DER JETZT SO BLÖD ODER TUT DER NUR SO? Ich verkneife mir mein hysterisches Lachen.

Ja schon, aber man sieht doch, dass das die Einfahrt voller Schlamm ist und das Risiko demnach hoch ist, darin mitsamt schwerem Wohnmobil nebst Hänger zu versinken“, erkläre ich ihm geduldig. Seine Antwort ist sooo geistreich… er könne sich nun nicht damit beschäftigen, er muss sich erst einmal um sein Wohnmobil kümmern, dass nun nicht mehr anspringt.

Ich rufe meinen Mann an, um mir Rat zu holen. Ich platze fast vor Wut und bin froh, erst einmal aus der Situation verschwinden zu können.

Mein Göttergatte tobt am anderen Ende der Leitung und ist fassungslos über so viel Unvermögen. Mein Mann ruft Wiesel an und erklärt ihm, dass der Hänger vorrangig abgeladen werden muss – wir unter Zeitdruck stehen, weil dieser pünktlich abgegeben werden muss. Danach könne er sich ja um sein WoMo kümmern. Daraufhin ist Wiesel merklich angesäuert. Ich bin froh, dass mein Mann mit ihm gesprochen hat. Bei meiner Reaktion wäre Wiesel weinend davon gelaufen oder ich hätte ihn gleich erschlagen.

Irgendwie bekommen wir alles geregelt, wir können den Leihanhänger noch pünktlich abgeben.

Wiesel stellt indes fest, dass sein Anlasser kaputt ist. Mitten in der Einfahrt stehend, braucht er weitere drei Tage, bis ein neuer Anlasser eingebaut ist und er nach Hause fahren kann.

Ganz ehrlich, als abgeklärter, erfahrener und langjähriger Veranstaltungshelfer, muss man so etwas einschätzen können! Ich fahre doch nicht mitten in den Schlamm, nur weil ein Anderer das einige Tage vorher (ohne Schlamm) auch getan hat. Welche Denkweise legen die Leute denn an den Tag?

Er hätte doch mit WoMo und Anhänger auch unmöglich in die erste Einfahrt gekonnt – diesen langen Zug hätte er ja nicht auf dem Hof drehen können, erzählt er mir noch nebenbei. WIE BITTE?? Mein Göttergatte fährt täglich (Wiesel hat das mehrmals beobachten können) mit LKW und großem Kühlanhänger auf den Hof und kann damit ohne Zweifel wunderbar drehen. Und dann will er mit seinem kleinen Spielzeug da nicht drehen können? Ich fühle mich veräppelt.

Autofahren muss gelernt sein

Diese Vorkommnisse lassen mich langsam aber sicher an nichts Gutes mehr glauben. Wenige Tage später, als wir zusammen mit dem Auto unterwegs sind, merke ich und unabhängig davon auf einer anderen Fahrt auch mein Göttergatte, dass Wiesel total unsicher und phlegmatisch Auto sowie LKW fährt. Tragen wir also jetzt auch noch ein hohes Risiko, ihn mit unseren Fahrzeugen zu einer Veranstaltung fahren zu lassen?

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Und wieder Schneckentempo

Wenige Veranstaltungen später arbeitet Wiesel an der Front… leider auch und immer noch im Schneckentempo.

Das kostet uns bares Geld, wenn jemand so langsam arbeitet. Anstatt drei Portionen Sau vom Spieß zu verkaufen, geht nur eine Portion über den Ladentisch. Eigentlich müssten wir für halbe Arbeit auch nur halb so viel Lohn bezahlen. Aber er muss es lernen, wir haben nur noch wenig Zeit bis zum Weihnachtsmarkt. Und da geht es vier Wochen lang richtig rund. Bis dahin muss jeder Handgriff sitzen.

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Er möchte nicht mit den Anderen

Auf eindringlichem Wunsch besorgen wir ihm kurzfristig ein eigenes Zimmer für den Weihnachtsmarkt. Denn er will, nach wie vor, nicht mit anderen in einer FeWo schlafen.

Wer Konstanz kennt, weiß, dass um die Weihnachtzeit eine preisgünstige Unterkunft fast unmöglich zu finden ist. Konstanz ist ein Jahr im Voraus ausgebucht. Mit Hängen und Würgen finden wir noch etwas. Als Wiesel jedoch seine Unterkunft bezieht, ist für ihn diese Wohnung schon alleine grauenhaft, weil kein Fernseher da ist. Er schickt uns Bilder davon, lässt nicht locker und erzählt über Tage davon, wie bescheiden seine Unterkunft wäre. Nun ja, nach den Bildern ist die Behausung nicht auf dem neuesten Stand, aber sie ist zweckmäßig.

Er wird eh zeitlich gut eingespannt sein, sodass er seine Behausung nur zum Schlafen nutzen wird. Sorry, aber im Ritz können wir ihn nicht unterbringen. Dazu fehlt uns nun wirklich die Kohle. Er schläft auch nicht mit den anderen in der FeWo… also muss er diese Kröte schlucken, ob er will oder nicht. Im Hintergrund frage ich alle möglichen Leute, ob die noch etwas wissen – aber mein Vorhaben ist nicht von Erfolg gekrönt.

Dienst nach Vorschrift

Seine Arbeitsleistung ist verhalten und alles deutet darauf hin, dass er nun Dienst nach Vorschrift schiebt. Hintergrundarbeiten bekommt er recht gut hin, aber dabei vergisst er immer wieder Aufgaben, die für einen reibungslosen Ablauf wichtig sind. Die Asche einzelne Feuerkörbe leert er einfach nicht aus, vergisst es schlichtweg und wir bekommen dadurch keine Hitze in den Grill. Überall herrscht heilloses Durcheinander.

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Die Zeit bleibt stehen oder der Heilige Geist

Ist er an der Front eingesetzt… oh mannnn…. Klöße kochen z.B.: Ich stelle dazu das Wasser an, bis es heiß ist und dann kommen die vorgerollten Klöße für 15 Minuten hinein. In der Zeit erledige ich andere Dinge, sonst gerät man unweigerlich für anfallende Aufgaben unter Zeitdruck.

Wenn Wiesel diese Aufgabe übernimmt, bleibt er stoisch vor den kochenden Klößen stehen und tut nichts. Man könnte meinen, er wartet auf den heiligen Geist. Um ihn herum wird indes gearbeitet und keiner kann nur eine Sekunde Pause machen. Und er steht da und tut NICHTS!

Genauso ist es, wenn er an einer anderen Position eingesetzt wird. Er schaut nicht nach rechts oder links, ob etwas getan werden muss. Nein, wenn er seine Arbeit für diesen Moment erledigt hat, steht er einfach nur da und macht NICHTS!

Jeder seiner Handgriffe muss vorweg minutiös erklärt werden. Auch muss man ihm erklären, wenn er es so nicht macht, was dann passiert. Wehe wir vergessen es, dann wird es prompt anders gemacht und wir haben das Nachsehen, weil wir diese Arbeitsschritte korrigieren oder gar nacharbeiten müssen.

Ich werde noch verrückt… wenn ich es nicht schon mittlerweile bin.

Nach zwei Wochen habe ich das Gefühl an Bonus Eruptus erkrankt zu sein. Ihr kennt die Krankheit nicht? Aber Dr. Nick Riviera kennt ihr, oder? Dieser Quacksalber von Bad Simpsons, der hat diese Krankheit aufgespürt. Bei Bonus Eruptus versucht das Skelett durch den Mund den Körper zu verlassen. Man fühlt sich dann haltlos, ausgeleiert, schwabbelig und antriebslos. Wenn man Mitarbeitern ständig hinterher arbeiten muss, dann fühlt man sich so.

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Wiesel fügt sich nicht in das Team ein.

Wiesel geht nach Feierabend nicht mit uns und dem Team essen. Er beteiligt sich auch nicht an unseren Gesprächen und nicht an unserer Trinkgeldglocke…

Ok, kurze Erklärung dazu: Wenn ein Gast Trinkgeld gibt, wird die Glocke dazu geläutet und alle rufen DANKEEE! Das macht unseren Gästen Spaß und unsere Mitarbeiter bekommen dadurch gute Trinkgelder. Abends wird das Trinkgeld auf alle Mitarbeiter aufgeteilt. Wiesel interessiert das nicht, er ruft nicht danke und eigentlich ist auch nur seine körperliche Hülle anwesend. Wie deprimierend!

Ewig und drei Tage

Holz holen mit LKW: Mein Göttergatte und ich benötigen 2,5 Stunden mit Aufladen und Zurückkommen und noch Schwätzchen mit dem Holzhändler halten sowie 2 km Umweg fahren, weil ich die Hälfte im LKW liegen gelassen habe.

Wiesel benötigt dafür VIEREINHALB Stunden! Wenn man ihm eine Zeitspanne vorgibt, fängt er an zu jammern, dass er das nicht in der Zeit schaffen könnte. Wir wissen aber aus langjähriger Erfahrung, dass es in der Zeit locker zu schaffen ist…. Was geht nur in diesem Menschen vor sich?

Pickup und Hänger fahren… oh Gott, der gibt so was von Gas und scherbelt um die Kurven. Fortan haben wir daher die größten Bedenken.

Zickig obendrein

Von unseren Mitarbeitern bekomme ich indes gesteckt, dass Wiesel ständig zickig reagiert. Bei mir gehen alle Warnlampen an. Das war schließlich das Endresultat seiner letzten Tätigkeit.

Er hört nicht hin

Wir sprechen über die Erbsensuppe, die noch gut eine halbe Stunde simmern muss, bis alles weich genug ist. Wir sind nicht ganz vom Stand, da nimmt er die Suppe und bereitet sie für den Verkauf vor. HÖRT DER NICHT HIN?

Wenn unsere Sauen verkauf sind, werden die Karkassen „abgespießt“. Die Klammern, die für den Halt der Sauen sorgen, kommen in einen Eimer mit Wasser, um einzuweichen. Abends sind die dadurch leicht zu reinigen. Was passiert bei ihm? Dreimal dürft ihr raten: NICHTS!

Da ich bereits an den fiesesten Krankheiten erkrankt bin – fällt mir, neben Maul- und Klauenseuche, einfach nichts mehr ein. Besserung ist nicht in Sicht, entweder ich töte mich oder ihn! Bis dato lasse ich mir immer noch nichts anmerken… also von meiner angestauten Verzweiflung. Ich weise ihn nett auf bestimmte Dinge hin, aber ernte immer wieder die gleiche Ausrede: „wusste ich doch nicht“ oder „ja, so hatte ich das auch vor“.

Endlich die erhoffte Erlösung

Mit meinen Tötungsabsichten kommt er mir jedoch zuvor. Eigentlich habe ich echt Glück, denn seine Entscheidung, die nun folgt, trage ich voll und ganz mit und gesunde auf der Stelle. Und was noch viel besser ist, ich lande nicht als Mörderin im Knast!

Abends, nachdem wir alle abgekämpft sind, steht der Eimer mit den Klammern herum – natürlich wieder ohne Wasser – und ich bitte ihn zähneknirschend, doch Wasser einzufüllen und schon mal mit dem Säubern der Klammern anzufangen. So erfährt unsere Putzhilfe Unterstützung und muss sich nicht noch mit den uneingeweichten Klammern die Nacht um die Ohren schlagen.

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STILLE

Wiesel steht vor meinem Göttergatten , legt ihm schweigend den LKW-Schlüssel hin, zeigt darauf und geht wortlos…. STILLE…. still ruht der See – stille Nacht, heilige Nacht…

Am nächsten Tag erscheint er nicht zum Arbeitsantritt und seitdem haben wir nichts mehr von ihm gesehen oder gehört.

Einen Mitarbeiter zu verlieren, heißt für uns, dessen Arbeit mitmachen zu müssen. Bei so einer großen Veranstaltung, wie dem Weihnachtsmarkt, ist so etwas massiv einschneidend und kräftezehrend für den Rest der Leute. Als Wiesel uns verlassen hat, merkt allerdings keiner von uns, dass er fehlt. In diesem Moment wird uns erst klar, wie wenig er sich letztendlich eingebracht hatte.

Unsere Mitarbeiter sagen heute noch einstimmig, dass er wirklich fehl am Platz war und sich nie ins Team einfügen wollte. Hier gilt der Spruch: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Wir sind letztendlich auf den Kosten der Unterkunft sitzen geblieben, aber fortan hatten wir Bombenlaune auf unserem Stand und alles funktionierte reibungslos.

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Auch bei der Silvester-Veranstaltung, bei der uns Wiesel mit Frau unterstützen sollten, sind wir massiv erleichtert, mit unserer Stammmannschaft hingefahren zu sein. Den Spaß, den wir da hatten, den hätten wir im Leben nicht gehabt, wenn Wiesel dabei gewesen wäre – ja wir wären mit seiner Arbeitsgeschwindigkeit sogar gnadenlos untergegangen.

Menschlich eine derbe Enttäuschung

Menschlich war er für uns eine große Enttäuschung. Unsere feste Absicht war es, da wir ihn nicht im Regen stehen lassen wollten, ihn in den Wintermonaten weiter bei uns zu beschäftigt. Wir taten alles, damit er abgesichert ist und dafür bekamen wir von ihm einen Arschtritt. Warum das so passiert ist, können wir uns bis heute nicht erklären. Wir haben ihn immer fair und freundlich behandelt. Aber seine Extrawurst, die er sich (als vermeidlicher Freund) wohl erhofft hat, bekam er nicht von uns. Er war, neben allen Anderen, ein Mitarbeiter. Wir behandeln Niemanden bevorzugt.

Nachwort und ernsthafte Gedanken dazu

Diese drei Tatsachenberichte sollte sich jeder, der es nur andeutungsweise in Erwägung zieht, bei uns anzufangen, zu Gemüte führen. Wenn euch geringste Zweifel aufkommen, lasst es bitte sein!

Behelligt uns nicht mit euren Versprechen und Beteuerungen!

Wenn ehrliches Interesse an einer Anstellung besteht, dann seid euch vorher darüber im Klaren:

Bei uns müsst ihr arbeiten – schnell, durchdacht und effektiv! Eine ruhige Murmel könnt ihr bei uns nicht schieben.

Als Gegenleistung erhält jeder einen guten Lohn, einen sicheren Arbeitsplatz, eine langjährige Anstellung, die notwendige Anerkennung und wir garantieren eine Menge Spaß!

Die Personen und die Handlung des Artikels sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.

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Ein Betreiberehepaar berichtet über Ihre Erlebnisse

Kurzbericht XY-Ungelöst on:

Mitarbeiter „XY-Ungelöst“ bewirbt sich im Frühjahr bei uns um eine Arbeitsstelle. Er bringt einschlägige Erfahrungen aus der Gastronomie mit und wohnt nur unweit von uns entfernt. Klasse denken wir, das erleichtert uns Vieles. So können wir, vor den Veranstaltungen, alles zusammen planen, aufladen und zu den einzelnen Veranstaltungen fahren…

Die erste Veranstaltung verläuft ohne großartige Vorkommnisse. Nur wer zwischen den Zeilen lesen kann, bemerkt bei ihm erste aufkommende Ungereimtheiten. Wenn nichts zu tun ist, macht sich bei ihm Antriebslosigkeit bemerkbar. Die Tätigkeiten, die nebenher erledigt werden könnten, schiebt er kurzerhand an seine Arbeitskollegin ab.

Auch entpuppt er sich gleich als ein Sonderling, der lieber abends sofort Feierabend einläutet und geht, als noch mit uns Essen zu gehen oder ein Bier zu trinken. Nun, das muss nicht falsch sein, denken wir noch… aber komisch ist das schon.

Auf einer der folgenden Veranstaltung lösen sich jedoch all unsere Bedenken innerhalb von einer viertel Stunde in Wohlgefallen auf. Nein, wir atmen nicht auf. Nein er entpuppt sich auch nicht als ultimativer und fleißiger Mitarbeiter, der gleich alles auf die Reihe bekommt. Vielmehr knickt er nach einer viertel Stunde Arbeiten einfach um – reißt sich die Bänder und wird mit Krankenwagen abgeholt. Das war’s.

Nach reichlich Herumtelefoniererei bekommen wir in letzter Minute für ihn noch adäquaten Ersatz. Der Ersatzmitarbeiter entpuppt sich als gnadenlos gut und wir können die Veranstaltung ohne Probleme angehen.

XY-Ungelöst kündigt bei uns ein paar Tage später mit den Worten: Es tue ihm ja so sehr leid, aber wir können ihn ja nun nicht mehr gebrauchen, zumal er noch Monate krank sein wird. JA SUPER! Das wir in diesem Moment nicht in Freudentaumel verfallen, dürfte jedem klar sein.

Ende des Jahres erkundige ich mich, wie es ihm geht. Ihm würde es ganz gut gehen und er könne sich vorstellen, mal wieder eine Veranstaltung mitzumachen. Gesagt getan, wir einigen uns auf eine bestimmte Veranstaltung und buchen gleich sein Hotelzimmer und melden ihn als Aushilfe an. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit ihm.

Aber dannnnnnnn….. passiert folgendes und das habe ich nun einmal wortwörtlich für euch:

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Ehrlich gestanden, verstehe ich seine Kurznachricht bis heute nicht. Hat er nun einen Studienplatz bekommen oder muss er arbeiten, oder beides? Und dann hat er lediglich ein Seminar und muss eingearbeitet werden? Zu diesem Zeitpunkt ist ihm seit mehrere Wochen unser Termin bekannt – das ist doch alles nur gequirlter Schwachsinn. Ich gehe dem nicht mehr nach – es ist so zwecklos, wie nur irgendwas.

Kurzbericht XY-Ungelöst off.

 

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Spukt es hier und wenn dann, warum nur?

Für uns geht der Spuk jedoch noch in die nächste Runde. Auf der Veranstaltung angekommen, stehen wir mutterseelenallein mit Aufbau und Vorbereitungen da. Ein weiterer Mitarbeiter sollte dazukommen, jedoch Fehlanzeige. Vergeblich versuchen wir ihn über Stunden zu erreichen, sodass uns nur eins übrig bleibt, nämlich alles selbst zu erledigen.

Gottlob besitzen wir einen siebten Sinn, sodass ich schon zwei Tage vorher noch schnell eine Anzeige in der Jobsuche verfasse. Geduldig beantworte ich schon am Vorabend die zahlreichen Anfragen. Ausführlich schreiben wir miteinander und ich investiere Stunden – bis tief in Nacht, um all die Fragen zu beantworten. Eine Aushilfe sagt uns zu und will sich morgen wieder melden, wenn sie ihr Gesundheitszeugnis gefunden hat. Bei dieser Aussage soll es jedoch bleiben – sie meldet sich nie wieder. Eine andere Anwärterin lässt sich haarklein erzählen, was wir machen, wie wir es machen und warum wir überhaupt leben… auch sie will sich wieder bei uns melden…
Ein weiteres Mädel begrüßt mich schon um halb sechs, früh morgens, mit den Worten: „Bin schon wach hehe. Spaß muss zu Arbeit aber ich freue mich auf später. Liebe Grüße…“ 

Oh man, bin ich eigentlich nur noch solchem geistigen Müll ausgesetzt? Was mache ich falsch? Wieso nimmt keiner Bewerbungen ernst? So kann man doch vor seinem potentiellen Arbeitgeber nicht auftreten.

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Ich bleibe geduldig und antworte ihr am Donnerstag, zu moderater Zeit, dass Sie mir noch ihre persönlichen Daten zuschicken muss, damit ich sie ggf. als Aushilfe anmelden kann. Ich schreibe ihr, dass sie sich bitte am Freitag kurzfristig bei uns vorstellen soll – wir seien schon in der Stadt. Sie ist zu diesem Zeitpunkt bereits in Kenntnis gesetzt, dass ihre Arbeitskraft für die Veranstaltung am Wochenende benötigt wird. Was soll ich sagen… als Antwort erhalte ich folgende Zeilen:

„Hätten sie Mittwoch zeit? Da passt es besser bei mir. Wenn nicht versuch Ich Das morgen einzurichten“

??? MITTWOCH??? NÄCHSTE Woche? Mir schwirrt einzig und allein durch den Kopf: hier geht scheinbar was daneben! Ich erkläre ihr geduldig, dass die Veranstaltung bereits an DIESEM Wochenende stattfindet.

Nur mal angemerkt, beim Beantworten der E-Mails befinden wir uns mitten im Aufbau. Mein Göttergatte wartet indes händeringend auf mich, da ich ihm ein Bauteil vom Stand halten muss.

Ihr Antwort darauf: „Dieses nicht leider“
Zwei Sekunden später in einer ihrer nächsten geistreichen E-Mails: „Habe das Datum mit nächster Woche verwechselt.“

Das kann doch alles nicht mehr wahr sein, oder? Ich antworte ihr nicht mehr und helfe meinem Göttergatten beim weiteren Aufbau. Fünf Minuten später erreicht mich eine ihrer nächsten E-Mails: „Habe umdesponiert damit ich Samstag und Sonntag dabei sein kanm“ – „Doch Habe zeir“ – „Bin Freitag da zum Gespräch so 10:00 morgens also morgen am Freitag?“

Geduldig schreibe ich Ihr zurück, denn wir brauchen jegliche Unterstützung: „wie vereinbart treffen wir uns morgen, um 16 Uhr. Bitte kommen Sie zum Universitätsplatz…“ usw.

Ich setze alles auf eine Karte. Mittlerweile ist, unser verloren gegangener Mitarbeiter, aufgetaucht und auch ein zweiter, nämlich Wiesel ist inzwischen angekommen. Wir sind  vom Aufbau völlig fertig und fallen wenig später einfach nur noch ins Bett.

Wir sind nun vier Leute und bei dieser Veranstaltung, als einziger Versorger, damit völlig unterbesetzt. Das kann nur ein Fiasko werden, denke ich noch beim Einschlafen.

 

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Füllig geht die Welt zugrunde oder so oder auch ganz anders

Am nächsten Tag erscheint eine füllige Dame pünktlich zum verabredeten Termin. Ich zeige ihr die Aufgaben, die sie erledigen wird… wenn sie denn jemals bei uns anfangen sollte. Denn in diesem Moment weiß ich schon, das wird nichts. Ihr Leibesumfang ist so gewaltig, dass ich mir ernsthaft Gedanken darüber mache, wie wir in unserem, recht beengten Stand, an ihr vorbei kommen und wie ich auf die Schnelle noch passende,  historische Kleidung für sie finden soll. Das wäre alles kein Drama, immerhin kann sie  füllig sein, wie sie will. Aber sie ist noch nicht einmal in der Lage, sich gewählt auszudrücken. Nach ihrem Vorstellungstermin, bekomme ich folgende Zeilen von ihr: Guten Tag sie sind sehr Symphatisch würde mich echt freuen wenn es 11:00 Uhr klappt. Oh Gott, wieso bin ich immer nur so scheißenfreundlich!

 

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Dreamteam

Am nächsten Tag (erster Veranstaltungstag!), früh morgens, erhalte ich zwei Anrufe. Am Telefon sind eine Frau im gebrochenen, aber gut verständlichem Deutsch und ein Mann mit türkischer Abstammung. Beide sind bereit, sich sofort vorzustellen und ggf. kurzfristig bei uns anzufangen. Da beide gastronomische Erfahrungen besitzen und uns auf der Stelle sympathisch sind, sagen wir kurzerhand zu. Es ist der Wahnsinn, was an diesem Wochenende bei uns los ist – doch mit diesem DREAMTeam schaffen wir es, das Wochenende erfolgreich abzuschließen und dabei noch eine Menge Spaß zu haben. Und uns fällt merklich nicht nur ein Stein vom Herzen.

Übrigens, „Wiesel“ von dem unser nächster Artikel handelt, hat sich auf dieser Veranstaltung richtig toll ins Zeug gelegt – er ist alleinig für die Bratwürste an diesem Wochenende verantwortlich. Ich hatte vorweg Bedenken, denn er jammerte schon auf einer anderen, nur halb so großen Veranstaltung, herum, dass er das Bratwurstgrillen nur schwer alleine schaffen würde…

Und dieser üppigen Dame haben ich nie wieder geantwortet…

Die Personen und die Handlung des Artikels sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.

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Bist du bereit für die ganze Wahrheit?

Hierbei handelt es sich um einen unverblümten Bericht eines Ehepaares, die eine mobile Gastronomie betreibt – wir nehmen daher keine Verantwortung für Unwohlsein oder halbherzige Suizidversuche.

Geschichten über Mitarbeiter zu schreiben bedarf inzwischen einem Buch, so dick wie ein Brockhaus-Band. Daher versuche ich mich in meinen Ausführungen so kurz wie möglich zu halten. Gelingen wird mir das nicht…

Anfang des Jahres meldet sich bei uns ein Bekannter, ich nenne ihn hier einfach mal Geist, der ebenfalls selbständig war. Er scheint offensichtlich in Not zu sein. Ihm brennen bereits die Sohlen, seine Frau hat ihm gekündigt und er sitzt mit ihr auf einem Berg Schulden. Er bittet uns um eine Anstellung. Er hätte ja richtig Lust darauf, er fordert, von uns alles von der Pieke auf lernen zu dürfen. Er tingelt schließlich sein ganzes Leben mit seiner mobilen Einheit von Markt zu Markt, er kenne alles aus dem Effeff. Daher könne er uns richtig gut unterstützen.

Wir sagen ihm kurzerhand zu und freuen uns auf seine Unterstützung, die wir zu diesem Zeitpunkt dringend benötigen.

Bis dahin erlebten wir ihn in als Chef in seiner eigenen Verkaufsbude – abgeklärt, taff und voller Elan. Er erzählte er uns eine Menge über hartes und schnelles Arbeiten und wie er schon seine antriebslosen Mitarbeiter anfeuern musste, um gute Ergebnisse zu erzielen…

Eine gute Basis, denken wir – denn wir brauchen Mitarbeiter, die mit Hirn und Verstand handeln. Insgeheim freue ich mich auf das Anspornen unsere Mitarbeiter, damit alles reibungslos von der Hand geht… und ich liege derweilen faul im Bett und lasse das Geld verdienen. Naja… ehrlich gestanden ist es doch etwas anders. Wir sind in diesem Moment einfach froh, noch jemanden gefunden zu haben, der uns unterstützen will.

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Diabolisches Pech in Menschenform soll es werden

Sein wahres Gesicht zeigt er uns bereits bei der ersten gemeinsamen Veranstaltung. Pünktlich ist er, das ist schon einmal gut. Aber als ich ihm entgegen gehe… vernehme ich sie gleich… seine Fahne. Ich glaube ja an das Gute eines Menschen. So vermutete ich, dass er am Vorabend vielleicht zu tief ins Glas geschaut hätte. Es verwundert mich zwar ein wenig. Denn gemäß seinen Ausführungen trinkt er wohl seit Jahren keinen Alkohol mehr – egal, ich spreche ihn jedenfalls an diesem Tag nicht auf seine Fahne an, um ihn nicht gleich schon am Anfang zu kompromittieren.

Am ersten Tag der Veranstaltung, bereits beim Aufbau, zeichnet ES sich schon ab… aber so bestimmte Dinge will man ja nicht gleich Glauben schenken.

Wir teilen ihn kurzerhand an der Bratwurststation ein, damit er sich in Ruhe einfinden kann. Schließlich ist Bratwurst zu grillen doch kein Hexenwerk. Zumal er viele Jahre bei einem ähnlichen Betrieb gearbeitet hat und das Grillen mit Sicherheit nicht sein erstes Mal ist.

Meine Gehirnwindungen melden ein aufkommendes Weltuntergangszenario, ich verdränge es. Ich muss mich ja nicht gleich so anstellen.

Allerdings… Unsere Gäste warten bereits bis zum Sankt Nimmerleinstag und die Schlange an der Bratwurststation wird immer länger. Jeder einzelne Gast wird von ihm mit allen möglichen Phrasen zugetextet.

Verkaufsvorgang 5 Minuten für eine Rostbratwurst! Bitte nicht!

Meine aufkommende Krise verberge ich… meine Gedanken allerdings flehen schon um Erlösung: Holt mich heraus aus dem Irrenstall!

Äußerlich gefasst ertrag ich diesen Umstand… auch mein Göttergatte lässt sich nichts anmerken. Der arme Junge ist schließlich den ersten Tag bei uns und durch seine familiären Umstände wird er wohl auch ganz schön durch den Wind sein. Irgendwie schaffen wir es, die Veranstaltung abzuschließen.

Uns beschleicht ein eigenartig, bedrückendes Gefühl

Auf den nächsten Veranstaltungen zeichnete es sich ab, dass eine Schnecke schneller ist als Geist es jemals sein wird. Und zu spät kommen scheint sein Hobby zu werden. Was für eine Enttäuschung! Doch es kommt noch dicker.

Auf einer Veranstaltung im Ruhrgebiet erfahren wir von Händlerkollegen dann die unverblümte Wahrheit: Er trinke seit 15 Jahren keinen Tropfen Alkohol mehr, er sei trockener Alkoholiker!

Ach du Grüne Neune! Und wieso kippt der sich dann ein Bier nach dem anderen in den Kopf? Na super, da haben wir ja eine wahre Pracht an Subkultur dazugewonnen.

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Es gibt die Hölle scheinbar wirklich und wir halten gerade die Eintrittskarte dazu in der Hand

Seine Saufeskapaden, neben chronischem zu spät kommen, nehmen von Fest zu Fest deutlich Gestalt an.

Auf einem der nächsten Veranstaltungen lässt er früh morgens unseren Vorarbeiter, ohne Angabe von Gründen, stehen und geht. Wir bekommen Geist über Stunden nicht mehr zu Gesicht.

Zum Glück haben wir an diesem besagten Tag eine Vorahnung und sind ebenfalls zeitig am Stand. Unseren Vorarbeiter finden wir völlig aufgelöst vor. Die Sauen sind nicht auf dem Grill und er schaut sich suchend nach Geist um… Als die Säue auf dem Grill und alle Vorbereitungen dazu erledigt sind, trifft auch Geist wieder ein. Mein Göttergatte  verschwindet sofort aus seinem Dunstkreis und raunt mir ins Ohr: “Halt mir den bloß vom Leib, sonst zerreiße ich ihn in der Luft!“. Ich zeige derweilen Verständnis – er ist am Boden zerstört und heult über sein verkorkstes Leben. Heraus kommt, dass er sich am Vorabend übel volllaufen lassen hat .

Oh Gott, denke ich nur, was muss man alles hinnehmen, wenn man nett sein will und Arbeitgeberin ist. Das ist übrigens auch der Grund, warum es mir inzwischen so schwer fällt, nett zu sein. Aber das soll mal ein anderes Thema werden. Ich baue ihn also wieder auf und wir können, ohne weitere Vorkommnisse, diese Veranstaltung zu Ende bringen.

Ich muss dazu ein wenig ausholen. Geist ist ein netter Mensch und durchaus ein cleveres Kerlchen. Er hat eine Menge in seinem Leben erlebt und weiß ganz genau, um was es geht. Genau aus diesem Grund haben wir ihn eingestellt und ihm die Chance gegeben.

Ich verkürze meine Ausführungen ein wenig… denn ich kann diese meisterhaft, absolvierten Ausfälle gar nicht allesamt auflisten.

Ich kann mich noch dran erinnern, dass Geist mich telefonisch kontaktiert, um mir mitzuteilen, dass sein Transporter bereits zwangsabgemeldet sei. Ob wir den nicht übernehmen könnten. Um seine Misere, in der er sich ohne Fahrzeug befindet, abzuwenden, beschließen wir, sein Fahrzeug in unserem Heimathafen anzumelden. Da wir schon vor der nächsten Veranstaltung stehen, muss jedoch alles sehr schnell gehen. Geist muss am nächsten Tag pünktlich um acht Uhr bei uns sein. Von Berlin aus und mit seinem chronischem Leiden, überall zu spät zu erscheinen, glauben wir nicht dran, dass er das schafft.

Doch Potzblitz!!

Am nächsten Morgen steht er um acht Uhr bei uns auf der Matte. Meine Gedanken dazu sind sarkastisch: Wenn es um seine privaten Interessen geht, dann funktioniert es scheinbar auch mit Pünktlichkeit….

Mir fällt dazu gleich auch noch die Veranstaltung in Norddeutschland ein. Wir sind mit drei Ständen auf dieser Veranstaltung vertreten. Es wird uns daher eine Menge  abverlangt, insbesondere, dass alles reibungslos funktionieren muss!

Und es geht schon wieder los, das darf doch wohl nicht wahr sein…

Mister Geist quittiert seinen früh morgendlichen (Fahr)Dienst schon am zweiten Tag. 10 Tage liegen vor uns und ich überlege mir ernsthaft, ob ich suizidal dem Wasser zum Opfer fallen soll. Geist verschläft und unsere Mitarbeiter (alle übrigens) kommen an diesem Morgen zu spät.

Übrigens, das solidarische Verschlafen meistern unsere Mitarbeiter jedoch auch ohne Geist. Auf dieser Veranstaltung dürfen wir es hautnah erleben und es ist uns eine Ehre. So etwas erlebt man nur einmal im Leben… die Hoffnung allerdings stirbt zu letzt.

Aber zurück zum Thema. Wir sind ja keine Unmenschen, also mahnen wir diesen Umstand an und lassen uns das Versprechen geben, dass es nicht mehr vorkommen möge.

Es verläuft am darauffolgenden Tag auch wirklich alles gut, alle Mitarbeiter erscheinen pünktlich zur Arbeit.

Doch schon einen Tag später können unsere Mitarbeiter Geist noch nicht einmal mehr wecken. Er schläft tief und fest in seinem Wagen und keiner kommt an ihn heran.

Ein Hilfeanruf erreicht uns prompt und wir holen kurzerhand unsere Mannschaft ab.

Ich denke in diesem Moment nur eins: Jährlich werden eine Menge Menschen von Kokosnüssen erschlagen… Die haben wir zwar nicht in Norddeutschland, aber dafür jede Menge Dachziegel. Die Wahrscheinlichkeit bei einem Sturm vom Dachziegel erschlagen zu werden hat sich hiermit für dich, lieber Geist, beträchtlich erhöht.

Schon allein die Vorstellung verschaffte mir die notwendige Genugtuung und mein Gemüt wird ausreichend besänftigt.

Auch ein früherer Arbeitsanfang für alle Mitarbeiter kann nicht wirklich dazu beitragen, dass sie pünktlicher erscheinen. Zudem kippt nun allgemein die gute Laune. Und anstatt die frühe Stunde zu nutzen, treffen wir unsere Aushilfe „Dauertelefonierer“ schlafend im Sessel an.

Geist will allerdings einen Vorschuss von uns, so gibt er sich fortan wenigstens Mühe, um nicht mehr zu verschlafen.

 

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Wo ist gottverdammt der berüchtigte Hai – ich werfe ihm alle zum Fressen vor!

 

Dafür drehen alle anderen komplett durch

Miss Marpel, eine weitere Aushilfe, meldet am dritten Tag der Veranstaltung gleich zwei Tage Urlaub an – schließlich hätte sie vor dieser Veranstaltung schon so viel gearbeitet…. WAAAAS? Uns bleibt vor Entrüstung nur die Spucke weg. Sie bekommt ihren Urlaub nicht.

Die erwähnte Aushilfe, ich nenne ihn „Dauertelefonierer“, telefonierte unentwegt und lässt dafür alles stehen und liegen – auch die Gäste… Auch ein Handyverbot hilft nicht wirklich. Denn fortan telefoniert er in seinen Pausen, die gemäß Dauertelefonate, ab nun doppelt so lang ausfallen.

Unsere Wechselgeldkasse wird auf dem Campingplatz unter dem Kopfkissen liegen gelassen. Nein, nicht von uns, sondern von unseren gewissenhaften Mitarbeitern! Daraufhin fährt Geist mit Miss Marpel zum Campingplatz zurück – zwei geschlagene Stunden lang!! Für ’nen Weg von 5 Minuten hin und 5 Minuten zurück! Telefonisch sind sie beide nicht zu erreichen. Gerade, als wir uns auf den Weg machen wollen, um die Beiden zu suchen, treffen sie mitsamt unserer Kasse wieder ein.

Ich glaube einen Tag später ist es, als DREI Mitarbeiter wieder zurück zum Campingplatz fahren. Geist ist der einzige, der fahren kann, daher fährt er mit. Dauertelefonierer ist auch dabei, weil er sich auf dem Campingplatz auskennt. Und Miss Marpel ebenfalls, denn die kennt sich wohl im Zelt aus…

Schnauf! Grund?

Einer vergisst früh morgens den Schlüssel für den Kühlanhänger mitzunehmen und keiner kommt an die Ware! Unverrichteter Dinge kommen allerdings die Drei zurück… nach gefühlten Stunden. Inzwischen löst mein Göttergatte das Problem. Schließlich ist am Schlüssel für den Kühlanhänger ja auch der Standschlüssel. Der Stand jedoch ist aufgeschlossen, schließlich stehen wir grübelnder Weise AUF dem Stand. Wir finden den Schlüssel prompt mit Kühlanhängerschlüssel im Schloss unseres Standes… drei Mitarbeiter weg, alle anderen suchen den verdammten Schlüssel… zwei Stunden bleibt die Arbeit liegen. PRIMA! 100 Gummipunkte für die Kandidaten.

Liberate Te Ex Inferis – ich versuchte mich mit Latein aufrecht zu erhalten. Hilft aber nicht wirklich. Wir bekommen die Zeit (ständig regnete es auch noch sinnflutartig) gottlob irgendwie herum. Wir fühlen uns mittlerweile wie Dompteure im Raubtierkäfig.

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Am letzten Tag dann noch einmal ein wahrer Höhepunkt von Absurdität in Arbeitnehmerqualität

Miss Marpel muss, das war schon lange mit uns abgemacht, bereits um 12 Uhr ihren Zug nehmen. Die restlichen Mitarbeiter sind bis 22 Uhr eingeplant. Dauertelefonierer kommt als erstes auf uns zu – er wolle doch auch schon so um 15 Uhr den Nachhauseweg antreten… GEHT’S NOCH??

Und zu allerletzt schleicht sich Geist mit den Worten heran… also er wolle uns was sagen, aber wir bräuchten nicht ja zu sagen, wenn wir nicht wollen
Oh mannnnn, halt doch einfach die Fratze, denke ich abgenervt. Ich hätte ihm das vielleicht einfach sagen sollen. So schwallt er uns zu, ob es möglich sei, eher zu gehen. Er hätte doch Zuhause noch so fürchterlich viel vorzubereiten…blablabla…. keine Ahnung was der noch alles von sich gegeben hat. Meiner augenblicklich einsetzenden Gehörlosigkeit habe ich es zu verdanken, dass ich den Rest nicht mehr mitbekommen muss. Ich antwortete nur „Nein“ und lasse ihn damit stehen. Ich glaube mein Göttergatte hat sich sogar noch die Mühe gemacht, ihm zu erklären, warum er nicht früher gehen kann.

Diesem Dauertelefonierer haben wir dann die Abreise um 15 Uhr bewilligt. Nicht weil wir ihn nicht gebraucht hätten, sondern weil wir ihn nicht mehr ertragen wollten.

Letzte Exkursion Geist

In Berlin zum Römerfest kommt es so, wie es kommen muss. Unser Vorarbeiter ist die Ruhe selbst – ähm… ne stimmt nicht. Eigentlich ist er das Gegenteil. Aber man braucht schon arg lange, um ihn zu verärgern. Auf jedem Fall sollen die beiden das Römerfest (was eh ein riesiger Reinfall ist) ausrichten. Wichtig dabei ist lediglich, das früh morgens eine Sau aufs Feuer muss und das ist halt NUR zu zweit möglich. Geist wohnt in Berlin, daher sind wir sicher: das wird für ihn kein Hexenwerk sein, mal pünktlich zu erscheinen! Ich glaube, es ist der dritte Tag, als uns der Anruf von unserem Vorarbeiter erreicht, mit den Worten, er habe Geist gerade entlassen und des Standes verwiesen. Er sei jeden Tag zu spät gekommen und heute wäre er erst um 12 Uhr erschienen, anstatt um 8 Uhr. Geist hätte sein Gebiss offensichtlich gesucht und nicht gefunden… Ja ihr lest richtig – weil er sein GEBISS verlegt hat!

Von Saarbrücken aus, wo wir parallel gerade auf einer weiteren Veranstaltung stehen, organisieren wir kurzerhand Ersatz für Geist, sodass unser Vorarbeiter mit einer Aushilfe seine Veranstaltung zu Ende bringen kann.

Ende gut, alles…. oder doch nicht

Wir wissen inzwischen, dass Geist nun auf der Straße lebt, weil seine Frau ihn endgültig vor die Tür gesetzt hat und er jeglichen Halt verloren hat. Mist….. mir tut das wirklich leid. Er ist durchaus ein netter Mensch, aber so durch den Wind…

Ich kann mich noch an ein großes Festival erinnern – da gab es mit gleicher Mannschaft nicht das Theater und Geist hat wirklich gut durchgehalten und seine Aufgaben erfüllt. Wir haben also auch gut Momente mit ihm erlebt… zum Leidwesen unserer Nerven, leider nur zu wenige.

Und ich gestehe, wir sind froh, dass wir dieses Kapitel, ohne weitere Schäden, beenden können!

Eigentlich zeichnete es sich schon früh ab, dass wir bei einigen neu eingestellten Mitarbeitern im letzten Jahr aufs falsche Pferd gesetzt haben. Ja, wir wussten es sogar – aber wir wollten niemanden in seiner Not hängen lassen.

Daher geht die Tragödie für uns unvermindert weiter. Auch unser nächster Mitarbeiter treibt uns regelrecht zum Wahnsinn.

Aber davon erzähle ich in einem meiner nächsten Kapitel.

Ich nutze mal schnell die Pause, um mich von der Dämonenfäule, die durch das Schreiben dieser Tatsachen ausgebrochen ist, zu erholen. Nur für alle, die es nicht wissen sollten: sie bricht aus, wenn die Exkremente gerade den Ventilator getroffen haben. (T’schuldigung… aber die Vorstellung musste jetzt mal sein…)

 

Die Personen und die Handlung des Artikels sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.

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Ich schmecke quasi noch den Glühwein vom Weihnachtsmarkt, schon ist das neue Jahr angebrochen. Hinter uns liegt die Insel Rügen und Strandkorb-Silvester Göhren.

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Wieder konnten wir einen enormen Zuspruch verbuchen und ehrlich gestanden bin ich sehr froh darüber, nicht mit der geplanten Crew diese Veranstaltung gemacht zu haben. Denn diesen Spaß aber auch die harte Arbeit zu erledigen und alles unter einen Hut zu bekommen, das können wir nur mit unserem eingespielten Team.

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Unsere Stammcrew und wir hatten alle Hände voll zu tun und trotzdem hatten wir genügend Zeit, um es zur Jahreswende richtig krachen zu lassen.

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Sogar ein Piratennest am Strand gab es zum Strandkorb-Silvester und die Kanonen waren keine Attrappen. Laut und ständig wurden sie zur Freude der Besucher gezündet.

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Kurzfristig konnten wir mit unserem Personal zwei weitere Tage planen, um uns die Insel in Ruhe anzuschauen und das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen. Wunderschöne Eindrücke sind uns geblieben und…

Zwei treue Mitarbeiter, die jeden Cent, den sie verdienen, auch zu Recht wert sind.

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Vielen Dank Maurice & Jim – ihr macht einen sehr guten Job und wir sind froh, euch an unserer Seite zu haben. Auf euch können wir uns verlassen und das ist eine Menge wert.

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In welchem Tempo die Ereignisse an uns vorbeirauschen, merke ich immer an meinen  Bildern, die ich mir in einer ruhigen Minute anschaue. Gerade noch waren wir auf dem Weihnachtsmarkt und schon liegt Weihnachten, Silvester und Strandkorb-Silvester auf Rügen hinter uns.

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Auch wenn wir uns Mühe geben, wir können trotzdem nicht wirklich etwas bewusst genießen. Das gelingt uns immer erst, wenn wir auf unserem Hof in Norddeutschland zur Ruhe kommen.

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Aber fangen wir mit dem alljährlichen Weihnachtsmarkt in Konstanz an. Seit 7 Jahren fahren wir mit großem Aufgebot und Angebot für vier Wochen nach Konstanz zum Bodensee. Wie in jedem Jahr freue ich mich immer riesig auf die grandiosen Eindrücke bezüglich Bodensee und Natur mit den Bergen im Hintergrund. Meine Kamera ist immer  dabei, damit ich die wunderbaren Naturschauspiele einfangen kann. Auch dieses Mal sind schöne Bilder entstanden.

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Der Weihnachtsmarkt war, jetzt muss man ja schon „im letzten Jahr“ schreiben, kurz. Der Besucherstrom kam daher recht geballt und wir hatten alle Hände voll zu tun, um dem Herr zu werden. Das Wetter war so lala, mal Regen, mal Schnee, dann mal wieder Sonne… Trotz der suboptimalen Wetterbedingungen kamen sie alle und wir hatten einen Heidenspaß.

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Wenn ihr euch für den Weihnachtsmarkt 2018 einen Eindruck verschaffen wollt, dann ist das, was ich euch jetzt erzähle interessant, um sich zu entscheiden, nach Konstanz zu kommen. Das SWR 4 Baden Württemberg interviewte uns am 18.12. live im Radio (leider dürfen wir den Mitschnitt nicht veröffentlichen) und der Fernsehsender SWR drehte mit uns einen Beitrag für die Fernsehsendung „Treffpunkt“ – in der Mediathek ist die Sendung zu finden – uns findet ihr ungefähr in der 23.21 Minute des Filmes.

Im Bellevue nzz wird der Weihnachtsmark Konstanz als einer der sechs kulinarischsten Weihnachtsmärkte unter Erwähnung von „Sau vom Spieß“ bezeichnet.

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Unsere Gäste verwöhnen wir mit Sau vom Spieß und Kartoffelklößen sowie Rotkohl oder Grünkohl oder Sauerkraut und Schwarzbiersoße. Zudem bieten wir heiße Ofenkartoffeln mit frischem Kräuterrahm oder Tomatensalsa an und auch für die Suppenkasper unter euch wird jedes Jahr aufs neue mit frischer Erbsensuppe oder Linsensuppe gesorgt. Grünkohl ist ein Norddeutsches Gericht und es hat ein paar Jahre gebraucht, bis er sich in Konstanz etablieren konnte. Immerhin… wir verarbeiten mittlerweile 250 kg Grünkohl auf dem Weihnachtsmarkt.

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Es ist daher nicht verwunderlich, dass wir jedes Jahr so einen immensen Zuspruch in Konstanz verbuchen können. Wir sind mit unserer Sau vom Spieß und der  Produktvielfalt eine Institution auf dem Konstanzer Weihnachtsmarkt. Schon bevor der Weihnachtsmarkt anfängt, bekommen wir Anrufe für Vorbestellungen und Reservierungen. Viele Firmen aus Konstanz und Umgebung zelebrieren ihre Weihnachtsfeier bei uns und kündigen sich vorweg an. In solchen Momenten schlägt bei uns das Herz, für das was wir da tun, erst richtig. 🙂

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Wir bedanken uns herzlichst bei unseren Gästen für ihren Besuch und wünschen allen ein tolles neues Jahr, bis es wieder heißt „Sau vom Spieß“ auf dem Weihnachtsmarkt am See 2018!

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Übrigens… unsere Trinkgeldglocke hat es nicht überlebt 😉

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Vielen Dank an unsere Stammcrew Maurice, Jim und Patrick sowie Dani im „Backoffice“ 🙂 Ihr habt ausnahmslos einen guten Job gemacht!

 

 

 

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